Turbulenzen an den Börsen
Norwegischer Staatsfonds fährt großen Verlust ein

Der norwegische Staatsfonds hat den größten Verlust seit vier Jahren ausgewiesen. Der größte Staatsfonds der Welt gerät vor allem wegen den Turbulenzen in China und der Volkswagen-Krise unter Druck.

Der weltgrößte Staatsfonds hat für das dritte Quartal den größten Verlust innerhalb von vier Jahren vorgelegt. Belastung brachte der Einbruch an den chinesischen Börsen und der Kursrückgang der Volkswagen-Aktie. Zudem hat die norwegische Regierung bereits angekündigt, dass sie den Fonds im kommenden Jahr voraussichtlich anzapfen wird, um ihr Haushaltsloch zu stopfen.

Der Verlust in den drei Monaten bis Ende September belief sich auf 29 Milliarden Euro oder 4,9 Prozent, wie der Fonds am Mittwoch aus Oslo mitteilte. Die Aktieninvestments fielen um 8,6 Prozent, während Anleihen um 0,9 Prozent zulegten und die Immobilienanlagen auf ein Plus von drei Prozent kamen. Es war der erste Verlust in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen seit sechs Jahren. Mit chinesischen Aktien verlor der Fonds 21,3 Prozent und mit Schwellenländeraktien 16,6 Prozent.

"Wir müssen mit Fluktuationen beim Fondswert rechnen, wenn es große Bewegungen im Markt gibt", sagte Fonds-Chef Yngve Slyngstad. Bei einem derart großen Fonds könne dies kurzfristig große Auswirkungen haben. Jedoch habe der Fonds einen langfristigen Horizont und sei gut positioniert, kurzfristige Volatilität zu überstehen.

Das dritte Quartal war von Turbulenzen gekennzeichnet. Besorgnis über eine Konjunkturschwäche in China und die Aussicht auf steigende Zinsen in den USA vernichteten Billionenwerte an den globalen Märkten. Der Fonds, dessen Volumen sich im letzten Jahrzehnt mit dem Boom des Ölpreises mehr als versechsfacht hat, steht vor einer neuen Ära. Die Geldspeisungen aus den Ölexporterlösen Norwegens dürften bereits im kommenden Jahr wegfallen. Aus Haushaltsunterlagen der Regierung geht hervor, dass sie 2016 rund 440 Millionen Dollar aus dem Fonds abziehen will. Die Regierung hat ihre direkten Erträge aus dem Ölgeschäft verbraucht, um die Wirtschaft vor dem Rutsch der Ölpreise von 50 Prozent abzuschirmen.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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