Überkapazitäten
Lloyd Fonds storniert Schiffsbestellungen

Anbieter von Schiffsbeteiligungen wie Lloyd Fonds kämpfen mit riesigen Überkapazitäten auf dem Schiffsmarkt. die Fonds-Anbieter sitzen auf ihren bestellten Schiffen und versuchen nun, diese abzubestellen, spätere Ablieferungen zu vereinbaren oder die Kaufpreise nachträglich herunter zu handeln.

DÜSSELDORF. Lloyd Fonds, einer der drei großen börsennotierten Schiffsfonds-Anbieter in Deutschland, hat Schiffe für 459 Mio. Dollar abbestellt. Das Bestellvolumen reduziere sich dadurch um rund 21 Prozent und die finanziellen Verpflichtungen sinken um 281 Mio. Euro, teilte Lloyd Fonds mit. Formal handelt es sich um Auflösungen von Projektgesellschaften. „Wir gehen davon aus, dass dies nicht die letzten Auflösungen von Projektgesellschaften gewesen sind“, sagte Lloyd-Chef Torsten Teichert. Die börsennotierten Wettbewerber MPC und HCI machten auf Anfrage keine Angaben zur Höhe der stornierten Werftaufträge und beriefen sich auf vertrauliche Verhandlungen und Verträge.

Wie alle Anbieter von Schiffsbeteiligungen kämpfen die drei Emissionshäuser mit riesigen Überkapazitäten auf dem Schiffsmarkt. Die resultieren zum einen aus viel zu hohen Neubestellungen in den Boomjahren 2005 bis 2007. Zum anderen drehten mit der Finanzkrise vor zwei Jahren die Schiffsfinanzierer den Kredithahn zu, und die Wirtschaftskrise führte zu sinkendem Frachtaufkommen und parallel fallenden Fracht- und Charterraten.

Wenn die Charterraten (Mieten für Schiffe) sinken und – wie gegenwärtig – in manchen Fällen nicht einmal mehr die Schiffsbetriebskosten decken, zeichnen Anleger keine Anteile an Schiffen. So sank das bei Anlegern platzierte Eigenkapital nach Zahlen des Fondsbranchenverbandes VGF im ersten Halbjahr 2009 auf 160 Mio. Euro nach gut 900 Mio. Euro im gleichen Vorjahreszeitraum. Nun sitzen die Fondsinitiatoren auf bestellten Schiffen, die sie in Teilen vorfinanzieren müssen, was sie massiv unter Druck bringt.

Sie versuchen nun Schiffe abzubestellen, spätere Ablieferungen zu vereinbaren oder die Kaufpreise nachträglich herunter zu handeln. „Die Kaufpreisreduktionen bewegen sich um zehn Prozent“, sagte Lloyd-Chef Teichert zum eigenen Verhandlungsergebnis. Das genüge aber nicht, um auf das aktuelle Preisniveau von Schiffen zu kommen, fügte er hinzu.

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