Umfrage: Berater informieren zu wenig
Zertifikate sind vielen zu riskant

Zwei Drittel der Anlageberater machen nicht auf Anlagezertifikate oder Aktienanleihen aufmerksam. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Deutschen Derivate Instituts (DDI).

"Kunden und Berater schätzen das Risiko eindeutig zu hoch ein", nennt DDI-Chef Dieter Lendle als Grund für das nach seiner Ansicht enttäuschende Ergebnis: "In der Beratung sind die risikomindernden Effekte von Anlagezertifikaten offensichtlich immer noch nicht bekannt genug."

Franz Leven, -Josef Direktor des Deutschen Aktieninstituts, bestätigt die Notwendigkeit einer qualifizierten Anlageberatung: "Gerade bei neuartigen Produkten besteht die Gefahr, dass sie falsch eingesetzt werden, nämlich entweder überhaupt nicht oder zu stark. Der Anleger muss sich darauf verlassen können, dass sein Berater ihm den richtigen Umgang auch mit Anlagezertifikaten vermittelt."

Das Düsseldorfer Marktforschungsinstitut AMR hatte im März im Auftrag des Deutschen Derivate Instituts, der Deutschen Börse und des Deutschen Aktieninstituts 2500 Haushalte befragt.

Die Ergebnisse im Überblick

  • Zertifikate sind 32 Prozent der befragten Anleger bekannt, 18 Prozent kennen Aktienanleihen.
  • Index-Zertifikate (24 Prozent) und Garantiezertifikate (21 Prozent) sind am bekanntesten.
  • Weniger bekannt sind den Anlegern Discounts (16 Prozent), Themen-/Strategie-/Basket-Zertifikate (12 Prozent), Bonus- und Teilschutzzertifikate sowie Sprint- und Outperformance-Zertifikate (5 Prozent).
  • Rund ein Drittel der Anleger (34 Prozent) sind von ihrem Berater auf Zertifikate oder Aktienanleihen angesprochen worden. Davon sind 61 Prozent mit der Beratung in Bezug auf Zertifikate zufrieden.
  • 22 Prozent der Anleger haben bereits Erfahrung mit Zertifikaten, 16 Prozent mit Aktienanleihen.
  • 64 Prozent der Anleger, die in Zertifikate investiert haben, und 60 Prozent der Anleger, die in Aktienanleihen investiert haben, geben positive Erfahrungen mit diesen Anlageprodukten wieder.
  • Der durchschnittliche Anteil von Zertifikaten oder Aktienanleihen im Wertpapierdepot der Besitzer dieser Anlageprodukte beträgt rund 20 Prozent.
  • Während 73 Prozent der Anleger das Risiko von Aktien als hoch einschätzen, betrachten 40 Prozent der Anleger Zertifikate und Aktienanleihen als riskante Geldanlage.
  • Die Courtage hat bei 26 Prozent der Anleger Einfluss auf die Börsenplatzauswahl.
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