Umfrage
Fonds bleiben für Deutsche ein Buch mit sieben Siegeln

Immobilienfonds renovieren Gebäude, Rentenfonds sichern die staatliche Altersvorsorge ab: Nach einer Axa-Studie schätzen viele Sparer Funktionsweise und Renditen von Fonds falsch ein. Immerhin wissen die Deutschen selbst, wie wenig sie wissen.

FRANKFURT. Um das Wissen zu Investmentfonds ist es in Deutschland noch immer relativ schlecht bestellt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von Axa Investment Managers und TNS Infratest unter 1 000 Privatpersonen. Die zum dritten Mal durchgeführte Umfrage "Die Deutschen und ihr Wissen über Fonds" stellten Axa-Repräsentanten am Mittwoch in Frankfurt vor.

So hält nur die Hälfte aller Bundesbürger ihr Finanzwissen für ausreichend. Eine Auswertung der Umfrage bestätigt diese Einschätzung. Denn 48 Prozent der Bevölkerung glauben, dass Rentenfonds für die Absicherung der gesetzlichen Renten sorgen. Über die Hälfte der Befragten meinen, Manager von offenen Immobilienfonds kaufen und renovieren baufällige Gebäude, um sie zu höheren Preisen wieder zu verkaufen. "Die Funktionsweisen von Fonds sind vielen Deutschen unklar", sagte Karin Kleinemas, Marketingleiterin für Nordeuropa bei Axa Investment Managers. Etwa 44 Prozent der Befragten halten eine Anlage in Fonds für sehr kompliziert.

Zwar stufen 68 Prozent der Befragten Fonds als ein geeignetes Instrument für die Altersvorsorge ein, aber nur jeder fünfte Deutsche besitzt Anteile an einem Investmentfonds. Ein Grund dürften die falschen Vorstellungen über die erzielbaren bzw. erzielten Renditen sein. Die Wertentwicklung eines europäischen Aktienfonds über 20 Jahren wurde von den Befragten durchschnittlich um fast 50 Prozent unterschätzt. Im Gegensatz dazu setzten die Befragten Sparbuchrenditen etwas zu hoch an.

Zwar sind Aktien- und Immobilienfonds mittlerweile vielen Deutschen ein Begriff. Aber von Themen wie Exchange Traded Funds, sprich börsengehandelten Indexfonds, börsennotierten Immobilien-Aktiengesellschaften (Reits) oder 130/30-Fonds, einer Hedge-Fonds-Spielart, hat kaum ein Befragter je gehört. Letztere Produktgruppe kennen nur etwa drei Prozent. Drei Viertel der Deutschen können noch nicht einmal den Namen einer Fondsgesellschaft nennen.

Auch die Finanzkrise beeinflusst laut Axa die Ergebnisse der Befragung. Inzwischen halten 46 Prozent der Befragten Aktienfonds für genauso riskant wie einzelne Aktien. Im Jahr 2007 waren es nur 40 Prozent gewesen. Auch die Einführung der Abgeltungsteuer scheint die Deutschen zu verunsichern. Etwa 60 Prozent der Deutschen wissen nicht, ob und wann Kursgewinne bei Aktienfonds versteuert werden müssen.

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