Umfrage
Investoren brauchen keine zusätzlichen ETFs

Viele deutsche Investoren brauchen keine zusätzlichen börsennotierte Indexfonds (ETF), zeigt eine Umfrage unter institutionellen Investoren. Bisher investieren die Anleger eher in Anleihen.
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FrankfurtEiner Studie zufolge brauchen viele Investoren keine zusätzlichen börsennotierten Indexfonds (ETFs). „Die etwa 800 Produkte, die in Deutschland angeboten werden, scheinen den Investoren genug zu sein“, sagte Hans-Jürgen Dannheisig, Vorstandsvorsitzender von Kommalpha, in einem Interview mit Reuters Insider TV. Einer Umfrage des Analysehauses aus Hannover zeige, dass jeder dritte Anleger keinen Bedarf für weitere Produkte sehe.

An der Umfrage haben 196 institutionelle Investoren vom deutschen Markt teilgenommen, darunter Banken, unabhängige Vermögensverwalter, Stiftungen und Pensionskassen. Diese nutzen ihren Angaben zufolge eher börsennotierte Indexfonds als andere Produkte, wenn sie ohne aktives Management investieren wollen: 84 Prozent setzen gegenwärtig ETFs ein, während es bei klassischen Indexfonds und Indexzertifikaten jeweils weniger als 50 Prozent sind. Die meisten Befragten nannten als Gründe für den Einsatz von ETFs, dass diese Fonds jederzeit zu aktuellen Preisen handelbar, kostengünstig und transparent seien.

Auch wenn immer mehr Investoren ETFs nutzen, machen diese Produkte bislang nur geringe Anteile an den Portfolios aus. Rund 51 Prozent sind zu höchstens fünf Prozent in ETFs investiert.

Quoten von mehr als 25 Prozent hat in der Umfrage niemand angegeben. Dannheisig zufolge liegt das vor allem daran, dass institutionelle Investoren zum Großteil in Anleihen investiert seien. „In diesem Marktsegment ist einerseits der Kostenvorteil von ETFs gegenüber anderen Investments nicht so stark, und zum anderen scheint das Vertrauen der Investoren in aktive Rentenfondsmanager größer als das in Aktienfondsmanager“, sagte er.

Als größten Nachteil von ETFs nannten die 63 Prozent Investoren in der Umfrage, dass ohne aktives Management keine höheren Erträge als am Gesamtmarkt möglich seien. Zudem gaben 51 Prozent an, dass ihnen die zugrundeliegenden Indizes zu intransparent seien. Trotzdem wollen die meisten Investoren ETFs künftig stärker als bisher nutzen. Rund 45 Prozent wollen die ETF-Anteile in ihren Portfolios leicht erhöhen, 19 Prozent sogar deutlich. Die übrigen Anleger wollen ihre Quoten konstant halten oder wissen noch nicht, wie sie künftig verfahren wollen. „Wir haben gelernt, dass die Investoren in der Vergangenheit zu diesen Ansinnen auch gestanden haben“, sagte Dannheisig.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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