Umweg über Luxemburg beliebt
Ausländer bleiben in der Warteposition

Für die heterogene Gruppe ausländischer Hedge-Fonds ist der deutsche Markt offensichtlich doch nicht so verlockend, wie es sich das Eichel-Ministerium bei der Schaffung des Investmentmodernisierungsgesetzes vor rund einem halben Jahr erhofft hatte.

FRANKFURT/M. Die „Big Boys“ – also die großen, erfolgreichen Hedge-Fonds, die aus den USA oder aus den bekannten Steueroasen heraus agieren – beäugen Deutschland nach wie vor kritisch. Von einem „zu hohen organisatorischen Aufwand“ spricht einer der in Boca Raton, Florida, ansässigen und seit Jahrzehnten sehr erfolgreichen Hedge-Fonds-Manager. Andere der selbst ernannten „Superhirne der Börse“ sehen in steuerlichen Unklarheiten und in den per Gesetz geforderten Transparenz-Anforderungen entscheidende Hindernisse für ihren Einstieg in Deutschland.

„Zahlreiche Ausländer warten weiter ab“, bestätigt Dirk Söhnholz, Geschäftsführer der Feri Alternative Assets in Bad Homburg. Ungeachtet dessen stützten sich deutsche Finanzinstitute bei ihren Hedge-Fonds-Aktivitäten auf die im Ausland existente Expertise. „Das macht Sinn“, sagt Klaus Bollmann, Geschäftsführer von Union Alternative Assets in Frankfurt. Die Kapitalanlagegesellschaft des genossenschaftlichen Finanzverbundes arbeitet bereits seit längerem mit dem eidgenössischen Hedge-Fonds-Haus Partners Group zusammen. Die Dekabank hat sich das Know-how des weltweit größten unabhängigen Hedge-Fonds-Anbieters, der britischen Man Group, gesichert und nach Angaben von Man-Sprecher Andreas Benz zwei Hedge- Fonds-Zertifikate lanciert. Die Man Group arbeitet darüber hinaus seit Jahren mit der deutschen Vertriebsgesellschaft Apano zusammen, die die Produkte von Man vornehmlich bei privaten Anlegern platziert.

Im mit Macht aufstrebenden Hedge-Fonds-Land Deutschland läuft nicht alles nach den Wünschen des Finanzministeriums. Das ist auch daran zu erkennen, dass viele Anbieter von Hedge-Fonds-Produkten den Weg über den Finanzplatz Luxemburg gewählt haben. So hat der deutsche Ableger des schweizerischen Bankhauses Julius Bär über das Großherzogtum Zertifikate für deutsche Anleger aufgelegt. Die Deutsche Bank brachte – vornehmlich für ihre institutionelle Klientel – mit dem Dynamic Focus Fonds einen auf dem S&P Hedge Fund Index basierenden Luxemburger Fonds. Zuvor hatte als erste deutsche Fondsgesellschaft im Mai 2003 bereits Union Investment in Luxemburg gemeinsam mit der Partners Group den Unico AI Multi-Hedge-Strategy aufgelegt, der am 20. Mai auch die Genehmigung zum öffentlichen Vertrieb in Deutschland erhalten hat. All dies zeigt: Es gibt Schwachstellen im Investmentmodernisierungsgesetz beziehungsweise bei seiner Umsetzung.

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