Ungeliebte Aktienfonds: Die Deutschen beteiligen sich lieber direkt

Ungeliebte Aktienfonds
Die Deutschen beteiligen sich lieber direkt

Aktienfonds werden zum Ladenhüter: Während zur Jahrtausendwende noch mehr als sechs Millionen Deutsche reine Aktienfonds besaßen, sind es heute etwa die Hälfte. Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) weiß, was passiert ist.
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Frankfurt Die Produkte will keiner haben. Das wäre noch eine geschönte Aussage, wenn es um reine Aktienfonds geht. Tatsächlich geben die Altbesitzer per saldo sogar Anteile zurück. Und in den vergangenen Jahren tun sie das immer heftiger. Allein im vergangenen Jahr summieren sich die Abflüsse von Januar bis November nach Angaben des deutschen Fondsverbandes BVI auf 5,7 Milliarden Euro.
Das ist auf den ersten Blick eine schlechte Nachricht. Bei genauerem Hinsehen ist die Wahrheit vielschichtiger. Die Einstellung der Deutschen zur Aktie und damit zur Unternehmensbeteiligung generell kann man aus dieser engen Statistik nur eingeschränkt ablesen.

Die Wahrheit ist nicht ganz so enttäuschend, wie die erwähnten Zahlen es suggerieren. Zu einem etwas freundlicheren Urteil kommt das Deutsche Aktieninstitut (DAI) nach seiner letzten Umfrage im vergangenen Herbst. Das Fazit: „Die Akzeptanz der Aktie als Anlageform in Deutschland scheint sich nach dem Zusammenbruch des Neuen Marktes und den Turbulenzen der Subprime- und Staatsschuldenkrise zu stabilisieren.“
Bei der Einschätzung des DAI spielen die Direktaktionäre eine wichtige Rolle. Im heißen Finanzkrisenjahr 2008 war ihre Zahl laut Institut auf 3,6 Millionen geschrumpft. In den Folgejahren wurden es stetig mehr, wenn auch die Zuwachsraten bescheiden blieben. Die zuletzt erhobenen Daten ergeben: Es gibt in Deutschland fast 4,9 Millionen direkte Aktionäre.
Reine Aktienfondsbesitzer, die über diese Produkte hinaus weder Einzelaktien noch Mischfonds mit Aktienbeimischung halten, gibt es laut DAI lediglich 3,3 Millionen. Da haben sich viele verabschiedet. Im Börsenboom bis Anfang des Jahrtausends war diese Gruppe fast doppelt so groß gewesen.

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Ich kann Ihnen nur zustimmen. Diese Branche lebt davon, den Leuten vorzugaukeln, wie schwierig und komplex das doch alles ist.

  • Sehe ich genauso. Die Gebührenschinderei bei den Fonds hat ein inakzeptables Ausmaß angenommen. Wenn die Fondsbranche sich weiter marginalisieren will, dann weiter so. Hinzu kommt dann noch die allgemeine organische Sättigung der Märkte die von unfähig-blinden Zentralbanken mit heißer Luft zugekleistert wird, was kein Problem löst aber den Markt übervolatil und instabil macht und immer größeren Bereinigungsdruck schafft. Auch wenn die Hochfinanz die Bereinigung über Inflation koste es, was es wolle will, kann dieser sich durchaus jederzeit auch deflationär abbauen.

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