Ungünstige Zinsen
Profis peppen Rentenfonds-Rendite mit Aktien auf

Steigende Zinsen bescheren fast allen Rentenfonds kurzfristig Verluste. Unter den 62 Euro-Rentenfonds mit Schwerpunkt auf Unternehmensanleihen gibt der Oyster European Corporate Bonds aber weiter den Takt vor. Der Fonds der Schweizer Banque Syz erzielte erneut das beste Ergebnis der Vergleichsgruppe.

HAMBURG. Das Zwölfmonatsplus von 4,18 Prozent resultiert allerdings nicht ausschließlich aus Investments in Firmenanleihen: So hält Fondsmanager Andrea Garbelotto derzeit sieben Prozent des Fondsvermögens in Aktien, die er generell mit bis zu zehn Prozent gewichten kann. Beim zweitplatzierten Espa Bond USA Corporates bleiben Aktien zwar außen vor, allerdings auch Euro-Unternehmensanleihen. Wie es der Name bereits andeutet, investiert Fondsmanager Michiel van der Werft stattdessen in auf Dollar lautende Firmenbonds. Da er diese stets zu 100 Prozent gegen den Euro absichert, listet Feri den Fonds trotz des abweichenden Anlageuniversums in der Kategorie mit Schwerpunkt auf Euro-Firmenanleihen auf.

Komplett außen vor bleiben Aktien und Dollaranleihen derzeit beim BWI Rentamax, der sich in den vergangenen zwei Monaten vom siebten auf den dritten Platz vorgearbeitet hat und einen Wertzuwachs von 3,47 Prozent erzielte. Als einzigem in der Tabelle aufgeführten Fonds gelang es ihm zudem, im Mai nicht ins Minus zu rutschen. "Die Duration des Portfolios ist mit zwei Jahren sehr kurz, was sich angesichts der massiven Zinserhöhungen als richtige Entscheidung erwies", kommentiert Fondsmanager Dietmar Zantke von LBBW Asset Management das Monatsplus von 0,09 Prozent. Er setzt bereits seit längerem schwerpunktmäßig auf Papiere mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr und hält zudem rund zehn Prozent des Portfolios in Anleihen mit variabler Verzinsung.

Mit dieser Ausrichtung sieht sich Zantke nach wie vor gut gerüstet. Allerdings mischt er nun auch wieder in kleinerem Umfang Papiere mit längeren Laufzeiten bei, insbesondere bei den Neuemissionen. Die Möglichkeit, bis zu einem Viertel des Fondsvermögens in Fremdwährungsanleihen zu investieren, will er wie in den vergangenen Jahren auch künftig nicht nutzen: "Angesichts der zuletzt rasch gestiegenen Zinsen im Euro-Raum ist beispielsweise der Zinsvorteil für US-Papiere gesunken", erläutert Zantke.

Anders als die Manager der beiden Spitzenreiter fühlt er sich derzeit mit Anleihen aus dem Telekommunikations- und Automobilsektor sowie Industriewerten mit sehr guter Bonität wohl, während die beiden Konkurrenten bevorzugt auf Finanzwerte setzen. "Angesichts der robusten Konjunkturaussichten in Europa sind mit diesen zyklischen Papieren höhere Erträge möglich als mit Bank- und Versicherungstiteln", sagt Zantke.

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