Union und Grüne wollen Änderungen
Kritik an den Hedgefondsplänen

Zwar werden von Experten die Pläne der Bundesregierung zur Zulassung hoch spekulativer Hedgefonds zumeist begrüßt, doch im Finanzausschuss des Bundestages gab es auch Kritik von Fachleuten.

HB BERLIN. Der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) und der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) plädierten am Mittwoch dafür, die vorgesehenen strengen Auflagen für die in Deutschland neue Anlageform zu lockern. Auch der Finanzmarktexperte der Grünen, Hubert Ulrich, und die Union plädierten für eine Änderung der Anlagekriterien, die die Regierung zum Schutz der Anleger vorgesehen hatte.

BVI-Hauptgeschäftsführer Stefan Seip sagte, es führe zu einer Selbstkasteiung, wenn Single-Hegdefonds ausschließlich als Spezialfonds für institutionelle Anbieter zugelassen werden würden. Die Folge sei, dass in Deutschland aufgelegte Dachfonds ausschließlich mit Single-Hedgefonds bestückt würden, die im Ausland aufgelegt würden.

Nach dem vorliegenden Gesetzesentwurf dürfen private Anleger nur in Dachfonds investieren. Dabei handelt es sich um Hedgefonds, die ihrerseits in einzelnen Hedgefonds anlegen und so das Risiko streuen. Nach Aussagen des ZKA würde eine solche Regelung zudem dazu führen, dass deutsche Hegdefonds auch im Ausland nicht an Privatanleger angeboten werden könnten. Im Gegenzug sei es aber für die Anleger hier möglich, ausländische Hedgefonds zu erwerben.

Bedenken äußerte der BVI zudem gegen die Regelung, dass Dachfonds nur zum geringen Teilen mit unternehmenseigenen Spezialfonds aufgelegt werden dürfen. Um die Wertschöpfungskette für die Unternehmen vollständig auszuschöpfen, müsse es möglich sein, auch ausschließlich in eigene Spezialfonds anzulegen, sagte Seip. Andernfalls sei zu erwarten, dass auch die Dachfonds überwiegend im Ausland aufgelegt und anschließend im Inland vertrieben werden würden.

Für die Grünen begrüßte Ulrich, dass nun private Anleger über Dachfonds Anteile an Hedgefonds erwerben könnten, anstatt nur unregulierte Hedgefonds-Zertifikate zu erwerben. „Allerdings besteht aus unserer Sicht noch Diskussionsbedarf über die Ausgestaltung der Dachfondslösung.“ Darüber hinaus forderten die Grünen die Verlängerung der Prospekthaftungsansprüche für fehlerhafte und unvollständige Darstellungen in den Verkaufsprospekten über drei Jahre hinaus. In der Realität habe sich gezeigt, dass dieser Zeitraum nicht ausreiche.

Der finanzpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Michael Meister (CDU), erklärte, die Union teile die Zustimmung der Experten zu dem Gesetzesetwurf. Allerdings stoße es in der Branche auf Ablehnung, dass Single-Hedgefonds nur als Spezialfonds aufgelegt werden dürften. Auch die vorgesehenen Meldepflichten seien überzogen und nicht praktikabel.

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