Universal-Berater ist hoffnungsfroh, Schroders-Experte eher skeptisch
Euroland-Fondsmanager sind uneins über Kurspotenziale

Welche Märkte bieten die größten Chancen? Fondsberater Hans-Joachim Stemann hält derzeit die Eurozone für sehr aussichtsreich.

HB/vwd FRANKFURT/M. „Die Märkte in Euroland haben in den nächsten ein bis zwei Jahren noch Aufwärtspotenzial“, sagt Stemann, „das zeigen unsere technischen Analysen“. Eher gemischte Perspektiven für Euroland-Aktien sieht dagegen Fondsmanager Zafar Ahmadullah. „Die Marktstimmung hängt von den Aussichten auf eine Konjunkturerholung ab“, so Ahmadullah, „und die Unternehmensausgaben - ein Schlüsselfaktor für den Wirtschaftsaufschwung - haben noch keine deutlichen Erholungstendenzen erkennen lassen“. Die Analysten der Researchfirma Lipper sind optimistischer. „Einige Konjunkturindikatoren haben sich verbessert, und die Firmen haben auf der Kostenseite gespart“, sagt Lipper-Aktienresearch- Leiterin Alice Segschneider, „der Schwachpunkt bleiben aber die hohen Arbeitslosenzahlen und der schwache Privatkonsum“.

Stemann berät als Vorstand der GVI AG den Strategie-Euro- Aktien-Fonds UI aus dem Hause Universal Investment. Zafar Ahmadullah verwaltet für die britische Fondsgesellschaft Schroders den Schroder ISF - Euro Equity A dis. In der Tabelle der Euroland-Aktienfonds belegt das Schroders-Produkt mit einem Zwölfmonats-Wertzuwachs per Ende August von 6,68 % den dritten Platz, der Universal- Fonds kommt mit 5,96 % auf den vierten Rang.

Warum glaubt Stemann gerade an Euroland und nicht - zum Beispiel - an Japan? „Nachdem der japanische Markt schon so stark gelaufen ist und noch immer keine Gegenreaktion gezeigt hat“, so Stemann, „würde ich dort einen Einstieg eher skeptisch sehen“. Das Engagement in Euroland sei da sicherer. Gar nicht empfehlen will Stemann den US-Markt. „Die relative Stärke spricht eindeutig für Euroland“, meint er, „hier sind die Ausschläge immer größer - die US-Märkte sind im Abschwung nicht so weit gefallen, werden im Aufschwung aber auch nicht so weit steigen“. Diese stärkeren Ausschläge nennen die Experten ein „höheres Beta“, und auch Schroders-Mann Ahmadullah verweist darauf: „Wenn US-Konjunkturdaten nach oben zeigen, kaufen die Investoren verstärkt europäische Aktien - eben weil diese ein höheres Beta haben“.

Schroders-Mann Ahmadullah setzt ganz auf die Einzelwertauswahl. Aktuell hat er vor allem Finanzwerte untergewichtet Anders als Ahmadullah sucht Fondsberater Stemann die Aktien rein nach einem computergestützen Trendfolge-Modell aus. „Wir haben als Anlageuniversum den Euro-Stoxx-50, folgen aber sonst nur dem Markt und orientieren uns nicht an Gewichtungen im Vergleichsindex".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%