Unruhige Zeiten
Goldfonds geraten zum Jahresende unter Druck

Für die Manager von Branchenfonds mit Schwerpunkt auf Goldaktien war der November alles andere als ein ruhiger Monat: Lombard Odier verlor überproportional mit Nebenwerten. Und Martin Siegel, Berater des auf Sicht von zwölf Monaten führenden PEH-Q-Goldmines, hat eine deutliche Umschichtung im Portfolio vorgenommen.

HAMBURG. Die 14 bei Feri Rating & Research gelisteten Goldfonds rutschten im Schnitt mit 9,46 Prozent ins Minus. Noch stärker geriet die Dollartranche des LODH Invest World Gold Expertise unter Druck. Der Fonds der Schweizer Privatbank Lombard Odier Darier Hentsch verlor 14 Prozent, die Euro-Version gab mit 10,82 Prozent ebenfalls stärker nach als der Sektordurchschnitt.

"Einige von unseren größten Titeln wie die kanadischen Minenbetreiber Agnico Eagle Mines und Orezone Resources verzeichneten besonders hohe Verluste", kommentiert LODH-Manager Robert Chardon das unterdurchschnittliche Ergebnis. Hinzu komme, dass die im Fonds beigemischten Nebenwerte in der schwachen Marktphase besonders starke Verluste verzeichneten.

Einen hohen Anteil an Nebenwerten hält in der Regel auch Martin Siegel, Berater des auf Sicht von zwölf Monaten führenden PEH-Q-Goldmines. Dennoch hielten sich die Verluste seines Portfolios im November mit 6,09 Prozent in Grenzen. "Ich kaufe seit einigen Monaten verstärkt Standardwerte hinzu, was sich zuletzt bezahlt gemacht hat", erläutert Siegel, der eine Politik der ruhigen Hand verfolgt. "Normalerweise ist das Portfolio sehr beständig und viele Aktien bleiben jahrelang im Depot", erklärt er. Als Beispiel nennt er den australischen Goldproduzenten Tribune Resources: "Die Aktie stand lange im Abseits und notierte noch im Juni bei 90 australischen Cent", erzählt er. Seither habe sich der Kurs jedoch annähernd verdoppelt.

Entgegen seiner sonstigen Gewohnheit hat Siegel in den vergangenen Monaten deutliche Umschichtungen im Portfolio vorgenommen. "Noch bis in den Spätsommer hinein waren Nichtedelmetalle im Fonds mit bis zu 30 Prozent gewichtet", erläutert der PEH-Berater und nennt als Beispiel den inzwischen verkauften Nickelproduzenten Sally Malay.

"Die Bewertungen im Basismetallsektor haben mittlerweile das Niveau von Gold- und anderen Edelmetallaktien erreicht, angesichts verhaltener US-Wirtschaftsdaten ist zudem mit einem Rückgang der Nachfrage zu rechnen", begründet Siegel diese Aktion.

Bis zum Jahresende will er das Engagement im Basismetallbereich komplett auf Null herunterfahren und voll auf Edelmetalle setzen. "Dort sprechen viele Faktoren für eine positive Entwicklung, insbesondere die nach wie vor nicht überstandenen Auswirkungen der Subprime-Krise auf die Banken", erläutert Siegel. Er hält einen Anstieg des Goldpreises auf über 1 000 Dollar je Feinunze für durchaus realistisch.

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