Unter den spezialisierten Gesellschaften wird es eine harte Auslese geben
Sparkassen bauen Fonds-Service massiv aus

Die Kapitalanlagegesellschaft für Service- Dienstleistungen (Master-KAG) ist das Modewort in der deutschen Fondsbranche schlechthin. Rund ein Dutzend Mitspieler tummelt sich auf dem jungen Feld. Die Sparkassenorganisation scheint hier großen Ehrgeiz zu entwickeln und will ihren internen Geschäftsbereich für Fondsverwaltung bis Mitte kommenden Jahres in eine KAG umwandeln.

ina/rez FRANKFURT/M. Nur ein Drittel der Mitspieler wird in diesem margenengen Geschäft überleben, sagen Marktkenner. Außerdem halten manche dieses Geschäftsmodell lediglich für ein Übergangsstadium hin zu einer angelsächsisch geprägten Anlagewelt, in der es die deutsche Rechtskonstruktion KAG nicht mehr gibt, sondern nur noch den Investor, den reinen Asset-Manager und die Depotbank bzw. ihre internationale Variante des Wertpapierverwahrers, den Global Custodian.

Die Servicefirma gilt als vorteilhaft für alle Beteiligte. Der institutionelle Anleger hat seine Mühe mit typischerweise vielen Spezialfonds, die er bei vielen Fondsgesellschaften unterhält. Diese Fonds kann er jetzt unter dem Dach einer Master-KAG bündeln. Als Vorteile stellen die Protagonisten unter anderem eine einheitliche und zeitgleiche Berichterstattung sowie die leichtere Austauschbarkeit einzelner Vermögensverwalter heraus.

Die Sparkassen werfen ihre Größe in die Waagschale. Bisher ist die Deka Fonds Support (DFS) für die interne Administration der eigenen Fondsgelder von über 100 Mrd. Euro verantwortlich. „Aus dieser GmbH soll per 1. Juli nächsten Jahres eine Investmentgesellschaft werden, in der wir alle Master-KAG-Mandate der Deka bündeln“, sagt DFS-Geschäftsführer Matthias Pfeiffer. Bisher betreue die Deka auf diesem Gebiet schon 8 Mrd. Euro. Gespräche mit weiteren Kunden würden geführt. Laut Angaben aus dem Markt könnten der Sparkassenorganisation kurzfristig weitere 4 Mrd. Euro zufließen. „Wir wollen in zwei Jahren bei 15 Milliarden im Geschäftsfeld Master-KAG liegen“, sagt Pfeiffer, der auch fremden KAGs die Fondsadministration anbieten will. Zum Wettbewerb sagt er: „Auf diesem tummeln sich viele. Aber wir bringen schon über 100 Milliarden an administrierten Geldern und die damit verbundene Technologie mit. Wir haben bereits die kritische Masse, die anderen fehlt.“

Auf Seiten der Anbieter ist der Konkurrenzkampf immens hart. „Die eine Master-KAG verlangt für die Dienstleistung vielleicht sechs Basispunkte, die andere drei, obwohl es nur die Kosten deckt“, gibt Hartmut Leser eine Vorstellung vom Gebührenkampf. Der Geschäftsführer der Consultingfirma Feri Institutional Management glaubt: „Langfristig müssten manche das Interesse verlieren, denn auch die nötige Technologie für die Administration kostet viel Geld.“

Die Konsolidierung entscheide sich am Service, was hohe Anforderungen an die Informationstechnologie stelle, meint ganz ähnlich Bernd Wagner, Geschäftsführer beim Master-KAG-Marktführer Universal Investment, der gut 35 Mrd. Euro betreut. „Am Ende werden nur fünf bis sechs Master-KAGs übrig bleiben. Bislang ist aber keine richtig aufgestellt.“ Mittelgroße deutsche Fondsfirmen verlören derzeit zwar ein Fünftel ihrer institutionellen Anleger im Jahr, beschreibt Markus Ohlig vom Beratungshaus Greenwich Associates Ausmaß und Tempo der Konsolidierung. Das Marktpotenzial von bis zu 120 Mrd. Euro für eine Umorientierung zur Master-KAG sei aber bereits Mitte 2004 ausgeschöpft, schätzt er.

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