Unternehmen und Berater müssen mit härterem Widerstand der Aktionäre bei Übernahmen und Fusionen rechnen
Hedge-Fonds schrecken Manager auf

Der Schock saß tief, als Hedge-Fonds Anfang März die Deutsche Börse zwangen, ihr Übernahmeangebot für den britischen Konkurrenten London Stock Exchange (LSE) zurückzuziehen. Niemals zuvor hatten Fondsgesellschaften in Deutschland einen so starken Einfluss auf Entscheidungen in Unternehmen genommen.

FRANKFURT/M. Spätestens seit diesem Fall müssen Manager erkennen: Die Zeit, in denen Übernahmen mehr oder weniger nach Gutsherrenart durchgezogen werden konnten, sind vorbei.

„Der Fall hat die Manager aufgeweckt, viele wollen die Kommunikation mit ihren Aktionären verstärken“, sagt Christine Graeff vom Kommunikationsberater Brunswick und ergänzt: „Die Nachfrage nach Beratung zum kommunikativen Um-gang mit Hedge-Fonds ist klar gestiegen.“

Den Firmenlenkern bleibt auch kaum etwas anderes übrig. Schließlich ist die Deutsche Börse kein Einzelfall. So musste der US-Konsumgüterriese Procter & Gamble bei der Übernahme des Haarpflege-Spezialisten Wella den Hedge-Fonds nachgeben. Sie setzten einen Beherrschungsvertrag durch, der die Interessen der freien Aktionäre von Wella besser berücksichtigt.

„Aus unserer Praxis können wir bestätigen, dass Fonds im deutschen Kapitalmarkt eine wichtigere Rolle einnehmen. Dies gilt insbesondere im Vorfeld von beabsichtigten Übernahmen und Fusionen“, sagt Susanne Rückert, Rechtsanwältin der Sozietät Haarmann Hemmelrath.

Getrieben wird die Entwicklung von einem Megatrend. Viele Hedge-Fonds sitzen auf reichlich Geld. Wegen dieses Anlagedrucks können sie sich nicht mehr auf wenige Nischen konzentrieren. Sie müssen ihr Portfolio ausbauen und agieren dabei immer stärker wie klassische Beteiligungsgesellschaften, die größere Anteilspakete übernehmen und aktiv die Umstrukturierung von Unternehmen betreiben.

Seite 1:

Hedge-Fonds schrecken Manager auf

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%