Unternehmensanleihen
Bonität von Firmen-Bonds gerät unter Druck

Erstmals seit 2003 werden in diesem Jahr mehr Emittenten von Unternehmensanleihen bei ihrer Bonität herabgestuft als heraufgestuft, meldet die Ratingagentur Moody’s. Investoren zeigen sich von dieser Entwicklung jedoch unbeeindruckt, ein Rückgang der Nachfrage ist bislang nicht zu erkennen.

HAMBURG. „Das Angebot ist in den vergangenen Monaten leicht zurückgegangen, was die Kurse stabil gehalten hat“, sagt Marc Tetzlaff. Der Fondsmanager bei Apo Asset Management in Düsseldorf verweist auf das niedrige Zinsniveau: „In diesem Marktumfeld erscheint selbst der aktuell geringe Renditezuschlag von 0,6 Prozentpunkten gegenüber Staatsanleihen attraktiv.“

Tetzlaff managt den Euro-Anteil von rund 65 Prozent am Portfolio des Apo Rendite Plus Inka. Die restlichen 35 Prozent sind in gegen Euro abgesicherte US-Hochzinspapiere investiert. Die Auswahl dieser Papiere erfolgt durch die Vermögensverwaltung Munizich & Co. Dass der Fonds mit einem Zwölf-Monats-Plus von 0,34 Prozent derzeit Rang zwei der Vergleichsgruppe Euro-Unternehmensanleihen belegt, führt Tetzlaff unter anderem auf diese Portfoliostruktur zurück. „Ausgezahlt hat sich aber auch die Untergewichtung der mittleren Laufzeiten, die sich zuletzt eher schwach entwickelt haben“, sagt er.

Für die kommenden Monate gibt sich der Apo-Manager zuversichtlich: „Der US-Immobilienmarkt gerät immer weiter unter Druck; das wird auch den US-Konsum belasten und zu einer Abkühlung der Weltwirtschaft führen und Zinssenkungen nach sich ziehen“, sagt Tetzlaff. Daher geht er von einer Erholung der Rentenmärkte aus, auch im Bereich Unternehmensanleihen: „Schwächere Bilanzen und ein damit steigendes Risikobewusstsein der Anleger sollten nur zu leicht steigenden Renditezuschlägen gegenüber Staatsanleihen führen.“

Deshalb sieht er gute Chancen, mit seinem Fonds in den kommenden zwölf Monaten mindestens eine Vier vor dem Komma zu erwirtschaften. Ähnlich positiv äußert sich Andreas Weidinger. Der Manager des Kathrein Corporate Bond – mit einem Wertzuwachs von 0,50 Prozent derzeit Spitzenreiter seiner Vergleichsgruppe – hält einen Wertzuwachs in dieser Größenordnung ebenfalls für realistisch.

Geteilter Ansicht sind die Fondsmanager hingegen bei ihrer Einschätzung des Telekomsektors: „Wir halten viele dieser Titel durchaus für aussichtsreich, weil sie einen attraktiven Renditezuschlag bei überschaubarem Risiko bieten“, sagt Weidinger. Tetzlaff beurteilt den Sektor jedoch unter anderem wegen der starken Übernahmeaktivitäten kritisch: „Dies geht meist mit einer hohen Fremdfinanzierung einher, was die Bonität der Unternehmen verschlechtert.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%