Unternehmensanleihen
ETFs bieten Schutz vor Schuldnerausfall

Für private Investoren ist das Ausfallrisiko einzelner Unternehmensanleihen meist zu groß. Denn fällt ein Schuldner aus, werden die Scheine wertlos. Risikobewusste Anleger setzen auf ganze Anleihekörbe, die sie mittlerweile auch in Form von Exchange Traded Funds (ETF) im Freiverkehr der Börsen handeln können.

FRANKFURT. Die Indexfonds von Iboxx, Ishares und Itraxx beinhalten nicht nur bis zu 50 internationale Unternehmensanleihen, sondern sind in der Regel auch liquider als die einzelnen Schuldscheine. Zwar eignet sich die vergleichsweise geringe Stückelung von 1 000 Euro je festverzinslichem Schuldschein mittlerweile durchaus auch für die Depots privater Investoren. Aber die Papiere sind nicht immer liquide handelbar. Wollen Anleiheinvestoren ihre Scheine vor Ende der vorher festgelegten Laufzeit loswerden, müssen sie einen Käufer an einer Börse suchen. Und steht es um die Kreditwürdigkeit des jeweiligen Schuldners schlecht, wird ihnen niemand die Papiere abkaufen wollen. Indexfonds auf Unternehmensanleihen hingegen sind börsentäglich handelbar und werden auch vom ausgebenden Kreditinstitut zurückgenommen.

Seit der vergangenen Woche können deutsche Investoren mit einem neuen Ishares-Corporate-Bond-ETF auf einen europäischen Anleihekorb setzen. "Das Papier entspricht dem hohen Sicherheitsbedürfnis der Märkte", sagt Dirk Klee, der Vorstandschef von Barclays Global Investors (BGI). Der Indexfonds investiert in einen breiten Korb von Unternehmensanleihen.

Zusätzliche Sicherheit gegen den Ausfall eines Anleiheschuldners verspricht auch ein ETF auf den Itraxx-Crossover von der Deutschen Bank (ISIN: LU0290359032). Allerdings investiert das Produkt nicht direkt in Unternehmensanleihen, sondern kauft Kreditabsicherungen von insgesamt 50 europäischen Unternehmen. Diese Unternehmen verfügen in der Regel über keine hohe Bonität mehr - ihre Anleihen zählen bereits zu den Junkbonds. Der Wert dieses Indexfonds steigt mit dem Risikoaufschlag der Unternehmen im Korb für Kredite mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Und je höher diese Credit-Default-Swaps (CDS) steigen, desto mehr muss das jeweilige Unternehmen für einen Kredit zahlen. Der Vorteil des Itraxx-Crossover-ETFs kommt bei einem Ausfall eines Schuldners zum Tragen. Denn der Index bildet nicht direkt die Unternehmensanleihen ab, sondern nur die jeweiligen CDS.

Ebenfalls für private Anleiheinvestoren sind Zertifikate auf Unternehmensanleihe-Indizes gedacht. Drei Produkte auf verschiedene Währungen bietet die Royal Bank of Scotland (RBS) an. Das Iboxx-Euro-Liquid-Corporates-ETF-Zertifikat (ISIN: DE000AA1RMQ0) umfasst 40 Euro-Anleihen und birgt damit kein zusätzliches Währungsrisiko für hiesige Investoren. Die beiden anderen Iboxx-Anleihezertifikate setzen auf Unternehmens-Schuldscheine in US-Dollar und in britischen Pfund. Die Anleihen im Iboxx-Index verfügen im Gegensatz zum Itraxx-Crossover alle über ein Investment-Grade-Rating. Die größten Positionen im Iboxx-Euro-Liquid-Corporates-Zertifikat sind mit jeweils rund vier Prozent Anteil die niederländische Rabo-Bank, die Londoner Tochter der Crédit Suisse, und der deutsche Energiekonzern Eon. Das Zertifikat läuft endlos und investiert ausgeschüttete Kupons aus den Unternehmensanleihen wieder in den Index. Ein Anteilsschein kostet derzeit rund 115 Euro.

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