Unterschiedliche Entwicklung
Telekomaktien hängen Medientitel ab

Die Telekom- und die Medienbranche sind zwei Sektoren, die sich in Europa seit Jahren unterschiedlich entwickeln. Da machen auch die vergangenen zwölf Monate keine Ausnahme, wie die jüngsten Ergebnisse entsprechend ausgerichteter Indexfonds belegen. Auch für 2008 erwarten Fondsmanager eine unterschiedliche Entwicklung beider Branchen.

HAMBURG. Während die kurz ETFs (für Exchange Traded Funds) genannten Produkte des Marktführers I-Shares auf den DJ Stoxx 600 Media in den vergangenen zwölf Monaten mit mehr als zwei Prozent im Minus lagen, erzielten ETFs auf den DJ Stoxx 600 Telecommunications Wertzuwächse von über 20 Prozent (Tabelle).

Im November verlief die Entwicklung jedoch selbst innerhalb des Telekomsektors nicht einheitlich: So verbuchte der I-Shares-ETF DJ Euro Stoxx Telecommunications ein Plus von 1,92 Prozent, während die beiden hausinternen Konkurrenten auf den DJ Stoxx 600 Telecommunications mit 1,70 und 1,66 Prozent im Minus lagen. „Der Stoxx-600-Index enthält Titel aus 17 europäischen Ländern, darunter rund ein Drittel britische Aktien wie Vodafone, während der Euro-Stoxx-Sektorindex ausschließlich die Euro-Zone abdeckt“, begründet Robert Kuin die unterschiedliche Entwicklung. Er betreut den Fortis Equity Telecom Europe, der mit einem Zuwachs von 24,08 Prozent Rang sieben seiner Vergleichsgruppe belegt.

Die beiden Indizes spielen für Kuin jedoch keine Rolle, er orientiert sich bei der Zusammensetzung des Portfolios am MSCI Europe Telecommunications Services. Dabei greift der Fortis-Manager auch auf Aktien aus der zweiten Reihe wie Fastweb oder Telenet zurück. „Insbesondere in den vergangenen Monaten liefen aber auch große Titel wie Telefonica sehr gut“, ergänzt Kuin, der auch für 2008 zuversichtlich ist.

Weit schlechter fällt die Zwölf-Monats-Bilanz für den KBC Equity Fund Media aus, der mit einem Minus von 10,83 Prozent das zweitschlechteste Ergebnis der Kategorie „Telemedien“ erzielte. „Der Mediensektor litt in den vergangenen Quartalen unter dem schwachen Werbegeschäft, insbesondere in den USA“, sagt Fondsmanager Kris ter Verheyen. Für 2008 hofft er angesichts der eingetrübten Aussichten für das Wirtschaftswachstum in Europa und den USA zumindest bedingt auf Besserung: „Teilweise könnte dieser negative Effekt auf die Werbewirtschaft durch Großereignisse wie die Olympischen Spiele und die Fussball-EM kompensiert werden.“ Anders als Kuin, der sich ausschließlich auf eine Branche konzentriert, mischt ter Verheyen auch Engagements außerhalb des reinen Mediengeschäfts bei. Als Beispiel nennt er die US-Gesellschaft Comcast, die Fernsehen, Telefon und Internet aus einer Hand anbietet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%