US-Aktienmärkte
Günstiger Zeitpunkt zum Einstieg

Die positive Entwicklung der amerikanischen Aktienindizes auf Jahressicht überrascht selbst Anlagestrategen. Trotz der Krise am US-Immobilienmarkt und der daraus resultierenden Turbulenzen an den Finanzmärkten verzeichnen die US-Aktienmärkte eine anständige Wertentwicklung.

HB NEW YORK. Gründe dafür sind, dass die amerikanische Wirtschaft nicht eingebrochen ist und dass sich viele US-Unternehmen zunehmend unabhängig von der US-Wirtschaft entwickeln. Auch der Konsum hat sich nur wenig beeindruckt gezeigt. Sicherlich werden viele kleinere und mittlere Konsumenten die Folgen der Immobilienkrise spüren. Doch der direkte Zusammenhang zwischen Hypothekenkrediten und Konsumentenausgaben insgesamt wird überschätzt. Denn nur etwa 20 Prozent der Entnahmen aus dem Immobilienvermögen fließen in Konsumentenkäufe. Das sind zwar rund 80 Mrd. US Dollar. Bezogen auf die gesamten US-Konsumausgaben sind das aber weniger als 0,7 Prozent.

Darüber hinaus ist umstritten, inwieweit Aussagen über die US-Wirtschaft auf Grund statistischer Durchschnittswerte aussagekräftig sind. Denn viele Unternehmen sind in nach Märkten und Kunden segmentierten Geschäftsfeldern tätig. Das Verhalten des Durchschnittskonsumenten hat für sie keine Bedeutung. Zudem koppeln sich international agierende US-Unternehmen zunehmend von der Entwicklung der US-Wirtschaft ab. Beispielhaft dafür steht das Unternehmen Nike: Zwei Prozent Wachstum auf dem US-Markt, 17 Prozent im Ausland und allein mehr als 50 Prozent in China. Angesichts dieser Zahlen wird deutlich, welcher Trend die Entwicklung der US-Unternehmen bestimmt: das globale Wirtschaftswachstum.

Anleger können von diesem Trend profitieren und das zu angemessenen Preisen. Denn nur wenige internationale Investoren haben in den vergangenen zwei Jahren Interesse für den amerikanischen Aktienmarkt gezeigt. Sie haben sich verstärkt auf andere Wachstumsmärkte konzentriert, obwohl US-Unternehmen ebenso am globalen Wachstum partizipieren. Die Kurse an den US-Aktienmärkten haben sich deswegen nur wenig bewegt, während sie an den europäischen und asiatischen Märkten sowie in den Schwellen-ländern stark gestiegen sind. Das gilt insbesondere für hochwertige US-Wachstumswerte aus dem Large-Cap-Growth-Bereich. Während viele Value-Werte teuer gehandelt werden, sind Wachstumstitel mit signifikantem Aufwärtspotenzial derzeit an den US-Aktienmärkten zu relativ günstigen Kursen zu erwerben.

Auch die Indizes sprechen für Wachstumswerte. Auf Jahressicht hat sich der Russell-1 000- Growth-Index mit 11,87 Prozent gegenüber seiner Value-Variante, die 6,28 Prozent erzielte, deutlich behauptet. Werte wie Onyx Pharmaceutical (Biotechnologie), Bally Technologie (Entertainment) und Atheros (Halbleitertechnologie) stehen für den klassischen Wachstumssektor Technologie. Fondsmanager mit einer Growth-orientierten Anlage-strategie konnten trotz der Immobilienkrise eine positive Performance erzielen. Ein Kriterium bei der Auswahl der Aktien ist das Wachstumspotenzial bei Erträgen und Gewinnen. Zu aller erst entscheiden aber die Größe der angestrebten Märkte und die Fähigkeit des Unternehmensmanagements, diese Märkte zu erschließen.

Patrick Kelly ist Senior Vice President, Senior Analyst und Portfolio Manager bei der US-Fondsgesellschaft Alger.

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