US-Anleger ziehen Geld von fragwürdigen Firmen ab
Skandal bei US-Investmentfonds schlägt Wellen bis nach Europa

Erst hatte die Wall Street ihre Analystenskandale – jetzt öffnen sich bei der bisher als grundsolide geltenden US-Fondsbranche Abgründe. In rasantem Tempo jagte in den vergangenen Wochen eine ungeheuerliche Meldung die andere. Branchenriesen wie Fidelity, Janus, Bank One, Morgan Stanley und Prudential sind allesamt in Verdacht geraten, Hedge-Funds illegale Sonderkonditionen im Handel mit ihren Anteilscheinen eingeräumt zu haben.

hus/wsj NEW YORK/DÜSSELDORF. Inzwischen ist auch der Verband der europäischen Fondsgesellschaften FEFSI (Fédération Européenne des Fonds et Sociétés d’Investissement) in Brüssel alarmiert. Er hat eine Umfrage gestartet, welche untersuchen soll, ob es in europäischen Ländern zu vergleichbaren Ereignissen kommen könnte.

„Wir fragen, ob unsere Mitglieder Kontrollmechanismen eingerichtet haben, die solche Vorkommnisse zu Tage fördern würden“, sagte FEFSI-Sprecher Robert Priester. Auch wolle sein Verband wissen, wie weit die staatlichen Aufsichtsbehörden der EU-Länder aktiv geworden seien. „Man kann nicht ausschließen, dass solche Dinge auch hier passieren“, sagte Priester. Das Ergebnis der Verbandsumfrage ist jedoch noch nicht bekannt.

In den USA beurteilt der frühere SEC-Chef James Levitt die neuen Aufdeckungen als die bisher wohl ungeheuerlichste Verletzung des öffentlichen Vertrauens. „Anleger mögen sich bewusst sein, dass sie bei bestimmten Brokern und Analysten vorsichtig sein müssen, doch Investmentfonds waren bisher immer Häfen der Sicherheit und des Vertrauens“ , sagte Levitt.

Privatanleger haben bereits reagiert. Die vier betroffenen Fondsgesellschaften Janus, Bank of America, Bank One und Strong Capital Management verzeichneten im September einen Mittelabfluss von 7,9 Mrd. $, während Investmentfonds generell einen Zufluss von durchschnittlich 19,5 Mrd. $ registrierten, wie das Analyseinstitut Lipper ermittelte.

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