US-Aufsicht nimmt die bislang ungeregelten Kapitalsammelstellen an die Kandare
„Hedge-Fonds stehen vor einem Kulturschock“

Amerikanische Hedge-Fonds-Manager fürchten das Ende der Freiheit. Künftig sitzt ihnen die Finanzaufsicht im Nacken und kontrolliert ihre Geschäfte.

NEW YORK. Bisher galten die Manager als beinahe unantastbar. Ein Vertreter der Zunft antwortete jüngst auf die Frage „Was machen Sie beruflich?“ mit einem Lächeln: „Das, was George Soros macht.“ Das bringt ehrfürchtige Blicke. Denn Finanzjongleure wie Soros, dessen Hedge- Fonds einst das britische Pfund knackte, verkörpern den modernen Traum vom schnellen Reichtum.

Viele Fonds sitzen in Steueroasen wie den Cayman-Inseln, und sogar ihre Kapitalgeber wussten häufig nicht, wie ihre sagenumwobenen Gewinne zu Stande kamen. Selbst William Donaldson, der Chef der US-Finanzaufsicht SEC, musste kürzlich in einer Anhörung vor dem US-Kongress einräumen: „Wir wissen nicht viel über Hedge- Fonds.“

Doch das soll sich ändern. Künftig müssen die meisten US-Hedge- Fonds sich als „Financial Advisers“, also Anlageberater, bei der Behörde registrieren lassen. Damit hofft die SEC, mehr Informationen über die explosiv wachsende Branche zu sammeln. Inoffiziellen Schätzungen zufolge hat das Anlagevermögen der Fonds inzwischen eine Billion Dollar überstiegen. William Gross, Anlagechef des Fondshauses Pimco, schätzte die Zahl aller Hedge-Fonds im August auf 7 000 und ihr Vermögen auf 900 Mrd. Dollar.

Die meisten US-Hedge-Fonds brauchen künftig eine SEC-Registrierung. Und das bedeutet, dass profane Ordnungshüter bald unangemeldet in edle Manhattaner Penthouse-Büros platzen dürfen, um den arglosen, über ihre Monitore gebeugten Hedge-Fonds-Managern über die Schulter zu schauen. Wehe dem, der dann keine einwandfreien Nachweise über faire Gebührenabrechnungen, Richtlinien zur Handelsabwicklung und den Umgang mit Interessenkonflikten präsentieren kann.

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