US-Hedgefonds
Spekulanten warten auf Trumps Schützenhilfe

Wenig regulierte Fonds hoffen auf die neue US-Regierung – und ihren Kollegen Anthony Scaramucci. Der beschaffte Spenden für den neuen US-Präsidenten Trump. Nicht der einzige Hedgefondsmanager unter dessen Einflüsterern.
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FrankfurtHedgefonds-Manager reiben sich die Hände. Schon während des Wahlkampfs waren sie nah an den Präsidentschaftskandidaten Donald Trump gerückt und setzten auf den Sieg des Republikaners. Ihre Hoffnung waren weniger strenge Auflagen und niedrigere Steuerbelastungen. Aus ihrer Hoffnung kann schon im nächsten Jahr Realität werden.

Anthony Scaramucci, der Gründer des Hedgefonds Sky Bridge, war nach den Worten des Branchenexperten Sam Dale eine zentrale Figur bei der Spendenbeschaffung für Trump. Jetzt hofft er, dass mit dem neuen Präsidenten die angeblichen Hasstiraden gegen die Wall Street ein Ende haben. „Dieser Unsinn hört auf“, sagt Scaramucci, der außerdem eine zehnprozentige Reduzierung der aufsichtsrechtlichen Vorschriften bei allen Bundesbehörden fordert.

Aber nicht nur Scaramucci gehört als Mitglied des Übergangsteams zu den Einflüsterern des New Yorker „President elect“ – auch der Hedgefonds-Manager und Ex-Partner bei Goldman Sachs, Steven Mnuchin, gilt als Günstling von Trump und wird als Finanzminister gehandelt. Die Liste der Hedgefonds-Größen im Dunstkreis des 70-jährigen Republikaners lässt sich mit klanghaften Namen wie John Paulson, Carl Icahn und Robert Mercer beliebig fortsetzen. Zuletzt fiel der Name Jon Gray, Board-Mitglied der Investmentgesellschaft Blackstone. Auch er könnte Finanzminister werden.

Die politische Schützenhilfe kommt den Hedgefonds zupass. Ihre Leistung ließ in den vergangenen Jahren immer mehr zu wünschen übrig. Letzte Schlappe: Selbst aus dem Wahltriumph des Immobilien-Moguls haben sie kein größeres Kapital schlagen können.

Nach einer exklusiven Datenanalyse von Hedge-Fund-Research für das Handelsblatt hat die weltweite Hedgefonds-Branche in den drei Handelstagen nach dem Wahlsieg nur ein Plus von 0,61 Prozent erzielt. Dagegen kletterte der Dow Jones, der Aktienindex für die US-Standardwerte, allein am ersten Tag nach der Niederlage der Demokraten schon satte 1,4 Prozent. An den Folgetagen kamen nochmals 1,2 Prozent beziehungsweise 0,2 Prozent hinzu. Da sich die Hedgefonds-Manager auf die Fahnen geschrieben haben, besser abzuschneiden als die öffentlichen Börsen, ist dieses Resultat bescheiden.

Vor allem diejenigen Manager, die mit Käufen auf festverzinsliche Anlagen spekuliert haben, standen auf der Verliererseite, erläutert Philippe Ferreira, Hedgefonds-Experte beim Vermögensverwalter Lyxor Asset Management. Wer auf Kursgewinne bei Aktien setzte, lag dagegen goldrichtig. Aber: Zuletzt hatten viele der Geldsammler besonders auf fallende Kurse bei Bankaktien gesetzt und deshalb schon vorher Aktien verkauft, um sich später günstiger eindecken zu können. Doch statt dicker Gewinne hagelte es für die Spekulanten Kursverluste, da Finanzwerte eine Rally hinlegten.

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  • Danke Herr Hofmann Troll, dass Sie unsere Qualitäten erkannt haben.

  • Ich bin ein Freund freier Kapitalmärkte. In einem freien Land sollte jeder das Recht haben sich ggf. auch selber zu ruinieren.

    In Deutschland, mit Abstrichen in den USA, meint man Finanzinstitute mit Staatsgeldern retten zu müssen die sich verspekuliert haben. Auf der anderen Seite meint man den Verbraucher regulieren zu müssen. Das hat dann zur Konsequenz dass beispielsweise meine Ex-Frau keine Aktien mehr kaufen konnte, bzw. man ihr dann einen Stapel Papier mit diversen Erklärungen gegeben hat. Die Freiheit wird eingeschränkt, die Bürokratie überdeckt den Investitionsprozess.

    Problematisch ist das die staatliche Regulierung auch sehr politisch/ideologisch ausfällt. So müssen Deutsche Versicherer Griechische Staatsanleihen nicht mit Eigenkapital unterlegen, eine Nestle Aktie jedoch schon.

    Schön wäre es wenn man auf die Regulierung verzichtet und den Menschen ihre Freiheit zurückgibt. Wenn den Menschen bewusst ist, dass Banken pleite gehen können, dann werden sie sich entsprechend verhalten und risikoreichere Banken meiden. Die Banken müssen um das Vertrauen der Kunden werben. Meines Erachtens ist dies effizienter als die staatliche Regulierung.

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