US-Hypothekenkrise
Fondsschließungen treffen vor allem Großanleger

Die Probleme bei US-Hypothekenforderungen niedriger Qualität (Subprime) führten zu Fondsschließungen etwa in den USA, Australien und Frankreich. Bisher sind drei Produkte bekannt, die ausschließlich oder teilweise deutschen Kunden angeboten wurden.

FRANKFURT. Betroffen ist der 950 Mill. Euro große „ABS-Invest“ von Union Investment mit rund 200 deutschen institutionellen Investoren und einer Subprimequote von sechs Prozent. Es werden keine Fondsanteile mehr ausgegeben, Union nimmt derzeit auch keine Anteile zurück. Zudem hat HSBC Investments Germany seinen 200 Mill. Euro ausmachenden ABS-Fonds vorläufig gestoppt.

Auch mehrere Tranchen des europaweit angebotenen „US Libor Plus“-Fonds von Axa Investment Managers mit einem hohen 41-prozentigen Anteil an Poblempapieren sind betroffen. Laut Feri Rating & Research wiesen allein zwei dieser Tranchen Ende Juni noch ein Volumen von über 1,6 Mrd. Euro auf. Datenbankangaben zufolge verlor der Fonds im Juli etwa ein Fünftel an Wert, es ist die Rede von hohen dreistelligen Mittelabzügen vor der Schließung. Axa nimmt derzeit Anteile zu intern kalkulierten Preisen zurück. Die Gesellschaft wollte keine weiter gehenden Fragen beantworten.

Aus deutscher Sicht sind „institutionelle Anleger vermutlich stärker im US-Subprime-Segment investiert als Private“, sagt Jochen Kleeberg, Geschäftsführer von Alpha Portfolio Advisors. Laut Christoph Braun, Partner bei Lupus Alpha Asset Management, „liegt der Schwerpunkt liegt bei Versicherungen, Banken, Pensionskassen und Unternehmen.“

Im Publikumsfonds-Segment kann man spürbare Engagements am ehesten in so genannten ABS-Fonds vermuten, die speziell für Investments in forderungsbesicherte Anleihen (Asset Backed Securities, ABS) aufgelegt wurden. In Deutschland sind laut der Feri-Tabelle 20 solcher Produkte mit einem Vermögen von über elf Mrd. Euro zugelassen und gemeldet. „Tendenziell dürften Subprime-Investments am ehesten in dieser Fondsgruppe zu finden sein, und sie dürften stärker sein als denkbare Beimischungen in Geldmarkt- oder anderen Rentenfonds“, sagt Christian Michel, Analyst bei Feri.

Publikumsfonds stehen prinzipiell Privatanlegern offen. Viele der spezialisierten ABS-Fonds fordern jedoch hohe Mindestanlagen und kommen schon deshalb nur für institutionelle Großanleger in Frage. Das gilt auch für das größte Produkt, den rund 2,7 Mrd. Euro schweren „DWS ABS Fund“ mit einem Mindestinvestment von 0,5 Mill. Euro. „Wir haben keine Engagements im US-Subprime-Bereich“, sagt Antje Lechner, Fondsmanagerin der größten deutschen Investmentgesellschaft DWS. Ähnlich äußert sich ein Vertreter von Allianz Global Investors, die lediglich einen ABS-Fonds für Institutionelle offeriert: „Der ist vorwiegend im Hypothekenbereich investiert, aber ausschließlich in AAA-Bonitäten.“ Fondsschließungen seien nicht zu erwarten.

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