US-Hypothekenkrise
Schwierige Zeiten für Absolute-Return-Fonds

Fonds, die für ihre Anleger in allen Marktphasen ein positives Ergebnis erzielen wollen, erleben in diesen Wochen ihre Bewährungsprobe. Denn die US-Hypothekenkrise führt bei Leerverkaufs-Strategien zu hohen Verlusten. Wie schwierig ein Absolute-Return-Ansatz umzusetzen ist, demonstrierte der JPM Highbridge Statistical Market Neutral von JP Morgan.

HAMBURG. Die Manager des erst im Dezember gestarteten, aber zwischenzeitlich auf ein Volumen von elf Mrd. Euro angewachsenen JPM Highbridge Statistical Market Neutral von JP Morgan erzielten ihre starken Ergebnis damit, dass sie unterbewertete Aktien hielten und im Gegenzug für aus ihrer Sicht zu teure Papiere Leerverkäufe tätigten. Bei einem nur in den USA angebotenen Parallelfonds funktionierte diese computerunterstützte Strategie über Jahre hinweg tadellos. Mit dem Ausbruch der Hypothekenkrise war es damit allerdings vorbei: Innerhalb von 14 Tagen brach der JPM Highbridge Statistical Market Neutral um sieben Prozent ein.

Einen zweiten von JP Morgan angebotenen, ebenfalls milliardenschweren Absolute-Return-Fonds traf es nicht annähernd so hart. Der 2,4 Mrd. Euro verwaltende JPM Global Capital Preservation verlor in der ersten Augusthälfte lediglich 0,5 Prozent. In den zwölf Monaten zuvor stieg er bis Ende Juli um 5,35 Prozent und belegt damit in der Kategorie der Absolute-Return-Fonds den sechsten Platz.

„Der JPM Global Capital Preservation tätigt keine Leerverkäufe“, nennt Karsten Stroh einen wesentlichen Unterschied zwischen den beiden Fonds. Der Leiter des Frankfurter Aktien-Teams von JP Morgan Asset Management sieht dieses Produkt eher als „klassischen gemischten Fonds“, der seine Performance in erster Linie aus der Kombination von Aktien, Renten und Geldmarktpapieren erzielt. Um auf Jahressicht keine Verluste einzufahren, können die Aktienbestände jedoch zeitweise abgesichert werden.

Letzteres sei auch der Grund für das vergleichsweise gute Abschneiden in der ersten Augusthälfte. „Der Fonds ist zu rund einem Drittel in Aktien investiert, aber das tatsächliche Aktienrisiko liegt nahe Null“, sagt Stroh. Ähnlich rigoros war die Anlagepolitik über Monate hinweg auch bei Rentenpapieren: Um jegliche Risiken durch weiter steigende Kapitalmarktzinsen zu vermeiden, glich der JPM Global Capital Preservation von der Laufzeitstruktur der enthaltenen Anleihen fast einem Geldmarktfonds.

Mittlerweile hat das JP-Morgan-Team die durchschnittliche Restlaufzeit wieder ein wenig erhöht und damit vom positiven Trend an den Rentenmärkten profitiert. Stroh: „Staatsanleihen bergen kein Kreditrisiko, deshalb sind sie in unsicheren Zeiten wie diesen natürlich gefragt.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%