US-Investmentfonds Gramercy
Peru soll 1,6 Milliarden Dollar zahlen

Der US-Investmentfonds Gramercy fordert, dass Peru Staatsanleihen aus der Zeit der Militärherrschaft zurückbezahlt. Doch der südamerikanische Staat weigert sich energisch. Jetzt soll ein Schiedsgericht entscheiden.

WashingtonDer US-Investmentfonds Gramercy verlangt von Peru die Zahlung von 1,6 Milliarden Dollar (1,43 Milliarden Euro). Ein Schiedsgericht im US-Bundesstaat New York soll über die Forderung entscheiden, bei der es um Staatsanleihen aus der Zeit der peruanischen Militärherrschaft geht, wie der Hedgefonds am Donnerstag mitteilte. Die Regierung in Lima verweigere bislang „ernsthafte Gespräche“ über das Thema, beklagte Gramercy.

Der Fonds hatte die Anleihen vor zehn Jahren vergleichsweise billig erworben in der Hoffnung, eine volle Rückzahlung durch den peruanischen Staat zu erreichen. Während der Herrschaft des Militärs von 1968 bis 1980 war in Peru im großen Stil Land verstaatlicht worden. Die Enteigneten erhielten dafür Staatsanleihen, die aber nie ausbezahlt wurden. Gramercy warf der Regierung am Donnerstag vor, dass sie „selektiv“ vorgehe, weil andere Staatsschulden sehr wohl bedient würden.

Das peruanische Wirtschaftsministerium reagierte mit der Ankündigung, es werde sich „energisch“ gegen die Forderung zur Wehr setzen. Es handele sich um einen Versuch, die Rechte Perus zu beschneiden, erklärte das Ministerium laut der amtlichen Nachrichtenagentur Andina.

Gramercy wolle lediglich seine „Privatinteressen“ durchsetzen – und das zu einem sensiblen Zeitpunkt, erklärte das Ministerium. In dem Land wird am Sonntag ein neuer Präsident gewählt. Bereits im Februar hatten die peruanischen Behörden Gramercy vorgeworfen, sich einem „vernünftigen“ Kompromiss zu verweigern.

Der Fall erinnert an die jahrelange Auseinandersetzung Argentiniens mit US-Investmentfonds, die ebenfalls die volle Rückzahlung von Staatsanleihen verlangt hatten. Im Februar willigte das Land schließlich ein, 75 Prozent der ursprünglich geforderten Summe zu begleichen. Inzwischen sind die Zahlungen nach Darstellung der Regierung abgeschlossen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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