US-Kreditkrise fordert weiteres Opfer
Hedge-Fonds Sowood Capital macht dicht

Die jüngsten Turbulenzen auf dem US-Anleihemarkt haben ihr erstes Opfer in der Oberliga der Hedge-Fonds gefordert. Sowood Capital mit prominenten Investoren wie der Harvard University gab am Montag seine Schließung bekannt.

HB BOSTON. Innerhalb weniger Wochen hatte der Fonds mehr als die Hälfte seines Vermögens von ursprünglich drei Milliarden Dollar verloren. Den übrig gebliebenen Teil des Portfolios soll nun der Hedge-Fonds Citadel übernehmen. Allein Harvard hat etwa 700 Millionen Dollar in den Fonds gesteckt. Wie viel von diesem Geld übrig ist, blieb zunächst unklar.

Bereits am Freitag hatten Gerüchte, ein Hedge-Fonds sei in Schieflage geraten, für Aufsehen an den Anleihemärkten gesorgt. Fondsmanager Jeff Larson entschuldigte sich bei den Investoren. Er erklärte die plötzlichen Verluste mit dem massiven Anstieg von Risikoprämien auf viele Unternehmensanleihen.

Larson hatte den Fonds 2004 mit großem Tamtam gegründet. Seine Erfahrungen in der Vermögensverwaltung bei Harvard und seine angeblich strikte Risikokontrolle hatten ihm Vertrauen bei prominenten Investoren eingebracht.

Obwohl nun das übrige Vermögen an Citadel übertragen wurde, dürften die Anleger Experten zufolge auf ihren Verlusten sitzen bleiben. Citadel hat bereits Erfahrung damit, gescheiterte Fonds zu retten: Erst im vergangenen Jahr übernahm der 14-Milliarden-Dollar-Fonds die Reste des Hedge-Fonds Amaranth, der sich mit Investitionen in Energiederivate verspekuliert hatte.

Die französische Fondsgesellschaft Oddo Asset Management schloss Ende vergangener Woche wegen der Krise auf dem US-Hypothekenmarkt drei Fonds mit einem Volumen von zusammen einer Milliarde Euro.

Hier sollen die Investoren zumindest einen Teil ihres Vermögens wiederbekommen. Ausfälle bei Hypotheken für zahlungsschwache Häuslebauer (Subprime Mortgages) führten vor wenigen Wochen zum Ende zweier großer Fonds der US-Investmentbank Bear Stearns.

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