US-Pensionsfonds
Calpers zieht Milliarden aus Hedgefonds ab

Hedgefonds gelten als profitabel, aber auch als riskant. Der kalifornische Pensionsfonds Calpers will sie nun loswerden. Den Verantwortlichen sind sie zu teuer und zu komplex. Diesem Beispiel könnten auch andere folgen.
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Die Summe ist immens: Rund vier Milliarden Dollar will Calpers, der Pensionsfonds der Staatsbediensteten des US-Bundesstaats Kalifornien, will aus den unbeliebten Fonds abziehen. Das sind die gesamten Calpers-Investments in Hedgefonds. Das California Public Employees' Retirement System (Calpers) hält die Fonds für zu teuer und zu kompliziert.

Die Entscheidung, sich aus 24 Hedgefonds und sechs Dach- Hedgefonds zurückzuziehen, stehe nicht im Zusammenhang mit deren Performance, sagte der amtierende Chief Investment Officer Ted Eliopoulos am Montag. Das Board von Calpers hat noch nicht entschieden, wo das freiwerdende Geld investiert werden solle, fügte er hinzu. Der Pensionsfonds kommt auf ein verwaltetes Kapital von 298 Milliarden Dollar.

„Wir haben uns entschlossen, das Hedgefonds-Programm zu beenden, um Komplexität abzubauen und Kosten zu senken – insbesondere im Lichte unserer Einschätzung, dass wir beim Volumen von Calpers nicht in der Lage wären, ein Hedgefondsprogramm in einer Größe zuzuschneiden, die wirklich ins Gewicht fallen würde“, erläuterte Eliopoulos.

Der größte US-Pensionsfonds zieht sich aus Hedgefonds zu einem Zeitpunkt zurück, an dem andere Pensionskassen für den Öffentlichen Dienst, wie etwa der von New Jersey, verstärkt in sie investieren. Calpers bemüht sich, Risiken zu reduzieren, nachdem die weltweite Finanzkrise mehr als ein Drittel vom Anlagewert ausradiert hat. Der Pensionsfonds sah sich sogar gezwungen, erhöhte Beiträge von den Steuerzahlern zu verlangen, um Verluste abzudecken. Calpers hatte erstmals 2002 in Hedgefonds investiert, um die angestrebten Erträge zur Abdeckung der wachsenden Kosten der Pensionsleistungen für Staatsbedienstete zu erreichen.

Der Pensionsfonds zahlte in dem am 30. Juni beendeten Fiskaljahr 135 Millionen Dollar an Gebühren für Hedgefonds-Investments, die einen Ertrag von 7,1 Prozent einbrachten und 0,4 Prozent zum Gesamtertrag beitrugen, wie aus Calpers-Zahlen hervorgeht.

„Es gehört zu unseren fundamentalen Anlageprinzipien, dass Kosten wichtig sind“, sagte Eliopoulos. „Dies ist ein teures Anlageinstrument, insbesondere bei unserem Anlagevolumen.“

Wegen seiner Größe ist Calpers für Pensionsfonds häufig ein Vorreiter bei Anlagestrategien, berichtet Keith Brainard, Direktor Analyse beim Verband National Association of State Retirement Administrators.

„Ich gehe davon aus, dass ihre Entscheidung, sich von Hedgefonds zurückzuziehen, einige öffentliche Pensionsfonds bewegen könnte, ihre Hedgefonds-Strategie zu überdenken, obwohl viele öffentliche Pensionsfonds Hedgefonds als wesentlichen Bestandteil ihrer diversifizierten Portfolios betrachten“, erklärte Brainard.

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