US-Subprime-Krise
Ein Gespenst geht um

Die Experten sind zwar davon überzeugt, dass die Turbulenzen, die durch die US-Subprime-Krise ausgelöst worden sind, auf mittlere Sicht nicht das Wachstum des Zertifikatemarktes bremsen werden. Trotzdem wirft die Krise die Frage nach dem Bonitätsrisiko auf.

FRANKFURT. Nach Einschätzung führender Emmissionsbanken am Markt für strukturierte Produkte und Zertifikate wird sich das Wachstum dieses Segmentes nahezu ungebremst fortsetzen. Allenfalls müsse wegen des zunehmenden Reifegrads dieses Marktes mit einer nachlassenden Wachstumsdynamik gerechnet werden, sagten führende Vertreter der Branche in einem Handelsblatt-Roundtable.

Die Experten sind davon überzeugt, dass die Turbulenzen, die durch die US-Subprime-Krise ausgelöst worden sind, auf mittlere Sicht nicht das Wachstum des Zertifikatemarktes bremsen werden. Auch das Bonitätsrisiko der Schuldschein-Emittenten wird nach Ansicht der Fachleute keine nachhaltigen negativen Auswirkungen auf den Zertifikatemarkt haben. Bekanntlich sind Zertifikate nichts anderes als von Banken herausgegebene Schuldverschreibungen.

"Wir sehen jedoch einen positiven Trend, dass Anleger sich verstärkt über die Bonität von Emittenten informieren", sagt Jörg Kukies von Goldman "Ich sehe im Hinblick auf die Bonität der Emittenten keinen Anlass zur Besorgnis, da die meisten der am Zertifikatemarkt tätigen Banken ein sehr gutes Rating aufweisen", sagt Holger Bosse von der Deutschen Bank. Der Experte räumt jedoch ein, dass man sich nach den jüngsten Erfahrungen mit Hypothekenbanken in den USA viel stärker die Frage nach der Werthaltigkeit von Ratings stellen müsse.

"Die Ausweitung der Spreads hat bisher keine negative Auswirkung auf die Preise von Zertifikaten im Sekundärmarkt", sagt Kukies. Petra Becher von UBS kritisiert diesen Fakt. "Die Emittenten-Bonität wird im Pricing der Zertifikate nicht ausreichend gewürdigt", sagt die Expertin, die beklagt, dass in Teilen der Finanzwelt zuletzt der professionelle Umgang mit dem Thema Risiko vergessen worden sei.

Heiko Weyand von HSBC Trinkaus & Burkhardt weist darauf hin, dass die allermeisten Banken in ihren Prospekten expressis verbis auf die unterschiedlichen Risiken hinweisen. "Wir tun sehr viel hinsichtlich der Risikoaufklärung", sagt er. Er beklagt gleichzeitig die aufseiten von Anlegern während der vergangenen 18 Monate bestehende Sorglosigkeit. "Dort will man von Risiken oft gar nichts hören", reflektiert Weyand eigene Erfahrungen.

Nach den Turbulenzen habe sich an der positiven Anlegerhaltung im Hinblick auf die Trends an den Aktienmärkten nichts geändert, wie auch die vom Deutschen Aktieninstitut gemeldeten steigenden Aktionärszahlen zeigen. Auch das Verhalten der Anleger am Zertifikatemarkt zeige, dass weiter eine grundsätzlich positive Einstellung zu Aktien bestehe, sagt Kukies. Allerdings sei verstärkt festzustellen, dass man auf Produkte setze, die Vollschutz oder Teilschutz des eingesetzten Kapitals bieten.

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