Value-Ansatz
Substanzwerte im Blick

Im kommenden Jahr dürfte ein alter Bekannter am Aktienmarkt zu neuen Ehren gelangen: der Value-Ansatz, der zuletzt sein Dasein im Schatten seines Widersachers Growth fristen musste. Aktien mit Substanz dürften demnach Wachstumstiteln den Rang ablaufen.

HB FRANKFURT. Dafür spricht zum einen die Saisonalität: Im Jahr sechs des Konjunkturaufschwungs sehen die Prognosen schon jetzt nicht mehr ganz so rosig aus wie noch im laufenden Jahr, weshalb Substanz wieder gefragt sein wird. Zum anderen haben die seit dem Sommer schwelenden Probleme mit niedrig besicherten US-Immobilienkrediten und deren noch immer nur schwer absehbaren Folgen für die Aktienmärkte die Investoren vorsichtig werden lassen. Vernachlässigte Werte wie jahrelange Kontinuität, Dividendenstärke, Liquidität einer Aktie und Nachvollziehbarkeit des Geschäfts stehen plötzlich wieder im Vordergrund.

Gerade hier bestehen die großen Unterschiede des Value-Ansatzes zum Growth-Ansatz: Value-Investoren suchen in erster Linie nach Substanzwerten mit niedriger Bewertung und haben dabei, wie es die englische Übersetzung zeigt, die Werthaltigkeit einer Aktie im Auge. Hinzu kommt der Langfristansatz, der für diesen Stil typisch ist. Das Gegenteil davon ist der Growth-Ansatz, bei dem eher das spekulative Element im Vordergrund steht. Der Preis spielt nur eine untergeordnete Rolle. Welche Branche bietet in den nächsten Monaten die besten Wachstumsaussichten? Welche Werte profitieren dabei am meisten? Das sind die wesentlichen Fragen.

Oder anders ausgedrückt: Bei Value-Aktien sind die Erwartungen geringer, dafür aber auch die Risiken begrenzt. Das war in der Vergangenheit schon ein Grund, weshalb Value bei den Anlegern beliebter war als Growth. Schließlich erfordern die vermeintlich höheren Chancen des Growth-Ansatzes auch einen deutlich höheren Arbeitsaufwand. Deswegen galt in der Vergangenheit die Faustregel, dass 95 Prozent den Value-Ansatz wählen und nur fünf Prozent den Growth-Stil.

Gerade in den USA ist man im Moment schon wieder auf dem besten Wege, zu den alten Machtverhältnissen zurückzukehren. Value- oder Substanztitel erwiesen sich in den vergangenen zwölf Monaten als robust gegen Marktschwankungen. Sehr guten Managern ist es dabei laut den Fondspartnern von Morningstar sogar gelungen, den Index MSCI Large Cap Value deutlich zu schlagen.

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