Value-Titel haben großen Nachholbedarf
Comeback der Standardwerte

Langfristig betrachtet haben sich Standardwerte-Fonds besser entwickelt als Wachstumswerte. Dennoch stehen sie derzeit weltweit und auch in Deutschland nicht besonders hoch in der Gunst der Anleger.

WERTHER. Bisher war diese Strategie richtig - seit dem Jahr 2000 haben sich deutsche Aktien aus der zweiten Reihe besser entwickelt, als die großen Standardwerte. Und selbst der Dow-Jones-Index wurde von kleineren Indizes überholt. Aber das Blatt beginnt, sich zu wenden: Aktienexperten sehen deutsche Standardwerte vor einem Comeback.

In der jüngsten Vergangenheit haben zwar gerade Nebenwerte stark von Übernahme-Phantasien portiert und auch das erstarkende deutsche Wirtschaftswachstum konnten mittelständische Unternehmen zunächst besser für sich nutzen als deutsche Großkonzerne, die weltweit agieren. "Heute ist das Thema Übernahme aber auch bei den großen Werten angekommen - MAN, VW und Porsche sind Beispiele für eine neue Dynamik des Marktes, die durch Private-Equity-Gesellschaften weiter beschleunigt wird", sagt Christoph Schlienkamp, Leiter Research bei der Lampe Bank.

Auch Eberhard Weinberger, Vorstand und Partner bei der Jens in München, ist davon überzeugt, dass Übernahmen den Markt für Standardwerte künftig dynamisieren werden: "Durch Spin-Offs und Fusionen haben Large-Caps ein großes Potenzial." Schlienkamp ist sogar der Meinung, dass: deutsche Standardwerte international an Attraktivität gewonnen haben. Zudem seien Standardwerte inzwischen deutlich günstiger bewertet als Nebenwerte und das bedeute auch höhere Dividendenrenditen.

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Bisher konnten vor allem Mid- und Small-Caps wie Douglas mit dividendenfreundlichen Ausschüttungen und Kursgewinnen aus Übernahmen punkten. Allerdings sehen Experten Nebenwerte jetzt nur noch als gelungene Ergänzung für das Depot an: "Grundsätzlich ist eine Beimischung von Nebenwerten empfehlenswert. Sie sind gewissermaßen das Salz in der Suppe", heißt es bei Union Investment. Der UniFonds mischt auch Nebenwerte bei - zurzeit Aareal Bank, Freenet, Hugo Boss und Puma.

Das Bankhaus Lampe geht davon aus, dass sich Standardwerte künftig besser entwickeln werden als Aktien aus der zweiten Reihe. Allerdings sei für viele Anleger eine psychologische Hürde, dass der Deutsche Aktienindex (Dax) inzwischen jenseits der 7 000-Punkte-Marke notiert und damit seinen Wert seit dem Crash vor sieben Jahren verdreifacht hat. "Die Anleger glauben nicht, dass der Dax noch weiter zulegen kann und halten sich deshalb zurück", sagt Schlienkamp.

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