VCH und ACM erwarten für 2006 weitere Übernahmen im Sektor
Fondsmanager favorisieren kleine Biotech-Werte

Im vergangenen Jahr noch gehörte der bei Hauck & Aufhäuser in Luxemburg aufgelegte VCH Expert Biotech zu den besten Angeboten seiner Vergleichsgruppe. Das sieht im jüngsten Vergleich der Bad Homburger Analysegesellschaft Feri anders aus.

HAMBURG. Im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich der Bad Homburger Analysegesellschaft Feri von 63 im Sektor Gesundheitswesen tätigen Aktienfonds findet er sich dagegen mit einem mageren Plus von 8,96 Prozent nur auf dem drittletzten Platz wieder (siehe Tabelle). An der Konzentration auf Biotech-Aktien kann die Schwäche des Fonds nicht liegen. Schließlich führt mit dem ING Invest Biotechnology ein ebenfalls auf dieses Segment spezialisiertes Produkt das Teilnehmerfeld an und erzielte dabei ein Plus von mehr als 40 Prozent.

„Für das schlechtere Abschneiden gibt es vor allem zwei Gründe", erläutert Stefan Meyer von der Münchener Beratungsgesellschaft Medical Strategy, die den Fonds betreut. Zum einen sichere der VCH Expert Biotech Fremdwährungsrisiken ab, und in der Regel seien mehr als 75 Prozent des Fondsvermögens in den USA investiert. „Deshalb haben wir anders als die meisten Konkurrenten nicht vom Kursanstieg des US-Dollars profitiert“, sagt Meyer. Zum anderen konzentriere sich Medical Strategy vor allem auf kleinere Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von weniger als 1,5 Mrd. Dollar. Nach der gescheiterten Markteinführung des Multiple-Sklerose-Medikaments Tysabri Ende Februar hätten sich aber viele Investoren auf große Titel wie Amgen, Genentech oder Gilead Sciences konzentriert. Das zeigt sich daran, dass der vor allem auf Standardwerte fokussierte Amex-Biotech-Index von seinem Tiefstand Anfang April auf Dollar-Basis 38 Prozent gewann, während der vor allem kleinere Werte umfassende Nasdaq-Biotech-Index nur 22 Prozent zulegte. Angesichts der mittlerweile recht hohen Bewertungen der Branchenschwergewichte fühlt sich Meyer mit seiner rund 90 Titel umfassenden Mischung aus Small- und Mid-Caps für die kommenden Monate gut gerüstet. So vertraut der Medical-Strategy-Manager unter anderem darauf, dass amerikanische Pharma-Riesen wie Pfizer, Wyeth oder Eli Lilly ihre steuerbegünstigt aus dem Ausland rückholbaren Milliardengewinne 2006 verstärkt dazu einsetzen, sich bei fundamental gut positionierten Biotech-Firmen einzukaufen. „In diesem Fall sind Kurssprünge fast schon programmiert“, erwartet Meyer.

Aus demselben Grund sieht auch Norman Fidel von Alliance Capital Management gute Chancen für kleinere Biotech-Titel. Der von Fidel betreute ACM International Health Care, der zuletzt auf Rang zwei lag, deckt die Branche derzeit mit knapp 17 Prozent ab. Im Vergleichsindex MSCI World Health Care sind es nur zehn Prozent. US-Pharmawerte hat der ACM-Manager allerdings weiter untergewichtet; Pfizer etwa – 2004 mit einem Anteil von zehn Prozent zeitweise noch größter Einzeltitel – ist in dem Portfolio überhaupt nicht mehr vertreten.

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