Verbriefungsgesellschaft
DWS startet mit Zertifikaten

Die größte deutsche Fondsgesellschaft DWS begibt als erster Branchenvertreter Zertifikate. Über eine Luxemburger Spezialgesellschaft startete die Deutsche-Bank-Tochter mit zwei Produkten auf den bestehenden Währungs-Hedge-Fonds.

ina FRANKFURT. DWS hat die Verbriefungsgesellschaft "DWS Go" in Luxemburg gegründet. Diese Gesellschaft startete mit zwei Produkten auf den bestehenden Währungs-Hedge-Fonds der DWS. Diese Zertifikate werden seit Donnerstag im Freiverkehr der Frankfurter Börse gehandelt.

Die DWS will in regelmäßiger Folge weitere Zertifikate auflegen. "Wir erwarten ein nennenswertes Geschäft aus diesem Bereich und könnten uns vorstellen, dass auch Konkurrenten diesem Vorbild folgen", sagte Stephan Kunze bei der Vorstellung der Initiative. Kunze ist bei der DWS verantwortlich für das weltweite Geschäft mit strukturierten Produkten, die stark auf Terminmarktelementen basieren.

Mit der Vorstellung der Initiative beendete die DWS die Spekulationen über einen möglichen Markteintritt in dieses boomende Geschäft. Wichtiges Thema dabei waren die kolportierten Meinungsverschiedenheiten mit der eigenen Mutter Deutsche Bank, einem wichtigen Zertifikateemittenten. "Es gibt keinen Konflikt", sagte der darauf angesprochene Kunze jetzt. Die Zusammenarbeit mit Banken, beispielsweise für das Risikomanagement, ist zwar auch für die DWS nötig. Aber die damit verbundenen Aufgaben ("Hedging") übernimmt bei den beiden Zertifikaten die Société Générale. "Damit wollen wir Unabhängigkeit dokumentieren", argumentierte Kunze.



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Mit DWS Go will sich das Fondshaus mehrere Vorteile sichern. Im konkreten Fall "sind Zertifikate besser zum Vertrieb an Privatkunden geeignet als Hedge-Fonds deutschen Rechts", sagte DWS-Geschäftsführer Axel Benkner. Der betreffende Hedge-Fonds darf hier zu Lande nicht öffentlich beworben werden. Weitere Vorteile der Zertifikate im Vergleich zum Fonds sind laut Kunze die schnelle Auflegung. "Zertifikate kann man in einem Tag an den Markt bringen, während Fonds mit hohem Derivateeinsatz Genehmigungszeiten von drei bis vier Monaten haben." Darüber hinaus seien bei den gesetzlichen Fondsreglementierungen bestimmte Vermögensformen wie Direktinvestments in Rohstoffe gar nicht möglich. Außerdem biete die Zertifikatslösung Vorteile bei speziellen und vom Volumen her eher begrenzten Anlageideen. "Einen Fonds unter 50 Millionen Euro Kapital aufzulegen, hat aus Wirtschaftlichkeitsüberlegungen heraus wenig Sinn, bei Zertifikaten ist das anders", sagte Kunze.

Als Nachteile von Zertifikaten gelten das Emittentenrisiko der begebenden Bank und undurchsichtige Kosten. Die Luxemburger Zertifikate sind dank ihrer Konstruktion laut Kunze vom Sicherheitsstatus her einem Fonds-Sondervermögen sehr ähnlich, die Kostenstrukturen transparent.

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