Veritas stockt Barbestände auf
Defensive Dachfonds zeigen Börsenskepsis

Die Frage nach den weiteren Tendenzen an den Aktien- und Rentenmärkten ist offenbar kaum schwerer zu beantworten als in diesen Wochen. „Es gibt derzeit so gut wie keinen Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis“, bringt Markus Kaiser das Problem auf den Punkt. Deshalb hat sich der Manager des Dachfonds A2A Basis von der zur Société Générale gehörenden Veritas SG entschlossen, es lieber vorsichtig angehen zu lassen.

HB HAMBURG. Sein Aktienanteil, der den Anlagebedingungen zufolge zwischen 20 und 40 Prozent schwanken darf, macht derzeit nur knapp 25 Prozent des Fondsvermögens aus. Auch den Rentenanteil hat er in den vergangenen Wochen zugunsten der jetzt knapp 20-prozentigen Barreserve zurückgefahren: „Solange das von uns verwendete Trendphasenmodell keine günstigeren Signale sendet, wird sich daran auch nichts ändern.“

Bislang leistete der Computer gute Dienste. Seit der Auflage Anfang 2002 schloss der A2A trotz seiner Mindestquote an Aktien noch in keinem Jahr im Minus ab, und im jüngsten Zwölfmonatsvergleich aller grundsätzlich defensiv orientierten Dachfonds belegt er mit einem Plus von 7,63 Prozent unter 62 Angeboten Rang vier. Dabei führt Kaiser den Erfolg in erster Linie auf den Investitionsgrad und die Marktauswahl zurück, weniger auf die Berücksichtigung einzelner Fonds. Deshalb will der Veritas-Manager den Anteil börsengehandelter Indexfonds, die derzeit rund zehn Prozent des Fondsvermögens ausmachen, künftig weiter ausbauen.

Ähnlich skeptisch wie Kaiser sieht Uwe Leonhardt die Lage: „Wir befinden uns im reifen Stadium eines Bullenmarkts.“ Diese Einschätzung macht der Vorstand der German Capital Management (Gecam) in Wangen unter anderem an der Beobachtung fest, dass in den vergangenen Monaten längst nicht mehr alle Aktien gestiegen sind, sondern nur noch rund 60 Prozent der Titel.

Dennoch reizt Leonhardt in seinem nach wie vor an der Spitze der Rangliste liegenden Gecam Adviser Fund – Global Value die maximal erlaubte Aktienquote von 50 Prozent noch fast bis zum Anschlag aus: „Ich rechne damit, dass der seit Frühjahr 2003 anhaltende Aufwärtstrend frühestens im Juli bricht.“

Um die Risiken im Falle eines Irrtums möglichst niedrig zu halten, sammelt Leonhardt auf der Aktienseite überwiegend konservative Fonds ein, die wie der neu aufgelegte Squad Value von Axxion einem sehr strengen Value-Ansatz folgen oder wie der Fortis Equity Energie Europe vom hohen Ölpreis profitieren. Auf der Rentenseite hat er den Anteil an Wandelanleihen und Schwellenländer-Bonds etwas gesenkt.

Ein paar kleinere Wetten will sich übrigens auch Veritas-Manager Kaiser nicht verkneifen: So hat er nach den jüngsten Korrekturen antizyklisch Bestände an Biotech-Fonds aufgebaut. Dort erwartet er in den kommenden Wochen positive Signale: „Kommen die nicht, sind wir aber auch schnell wieder draußen.“

Egon Wachtendorf, Der Fonds

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