Vermögensanlage
Durchbruch für Indexfonds

Börsengehandelte Indexfonds sind bisher ein Renner bei institutionellen Investoren, unter anderem weil sie preisgünstig sind. Nun wittern Experten auch deren Durchbruch bei Privatanlegern – dank des Gesetzgebers.

FRANKFURT. „Die anstehenden EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid und die Abgeltungsteuer fordern eine Offenlegung der Gebühren“, sagt Thomas Meyer zu Drewer, Deutschland-Leiter von Lyxor Asset Management.

Immer mehr Finanzhäuser gründen Vermögensverwaltungen, die ausschließlich sogenannte Exchange Traded Funds (ETFs), also börsennotierte Indexfonds, als Bausteine verwenden. Zu den Vorreitern zählen die NordLB, Veritas, der Verbund Deutscher Honorarberater und Trigonus. „Da ist in Zukunft mächtig Musik drin“, glaubt Dieter Rauch, Geschäftsführer beim Verbund Deutscher Honorarberater.

Vor sieben Jahren startete das ETF-Geschäft in Europa. Bis heute lancierten führende Anbieter wie Barclays Global Investors, die zugehörige Indexchange sowie Lyxor 333 Produkte für Indizes auf Aktien wie den Dax, Anleihen und andere Vermögensformen. Sie sammelten laut Indexchange 78,5 Mrd. Euro ein. Getragen war das rasante Wachstum von institutionellen Investoren. Die Großanleger sind teilweise von den Anlageergebnissen der aktiv arbeitenden Asset-Manager enttäuscht. Darüber hinaus gefallen ihnen an den Indexprodukten deren Transparenz, die niedrigen Gebühren und die stetige Handelbarkeit zum aktuellen Wert.

Das sind auch gute Argumente, um Privatanleger von diesen Produkten zu überzeugen. Doch Banken und Berater hielten sich bisher zurück. „Viele Banken haben wegen der geringen Margen kein Interesse an einem offensiven ETF-Angebot“, sagt Jürgen Kühn, Leiter Privatkundengeschäft der NordLB in Luxemburg. Preisgünstige Produkte bedeuten für die Institute geringere Einnahmen. Außerdem scheuen die meisten Banken eine Kannibalisierung des Geschäfts ihrer Fondstöchter, da diese mit aktivem Management ebenfalls deutlich höhere Erträge erzielen.

„Aber Mifid und das anstehende Versicherungsvertragsgesetz fordern von den Beratern einen Ausweis der Provisionen“, erläutert Rauch. Dann werde der Endanleger „in Euro und Cent sehen, was er bezahlt“. Deshalb setze ein Umdenken ein. „Es ist ein besserer Weg, schon vor den Offenlegungspflichten auf ETFs umzusteigen“, glaubt Dieter Kern, Geschäftsführer der vor wenigen Wochen gegründeten unabhängigen Finanzberatung Trigonus ETF Management.

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