Vermögensaufbau
Lohnt sich das Sparen mit Aktienfonds?

Ein ehernes Börsengesetz lautet: Aktien sind langfristig die renditestärkste Anlageklasse. Die aktuellen Statistiken des Bundesverbandes für Investment und Asset Management (BVI) sind für Fonds-Anleger allerdings ernüchternd: Aktienfonds-Sparen hat sich demnach kaum gelohnt. Doch so einfach ist die Rechnung nicht.
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Aktien sind langfristig die renditestärkste Anlageklasse. Diese Aussage erhält jeder Sparer, der zu seinem Anlageberater geht und nach Möglichkeiten für einen langfristigen Vermögensaufbau fragt. Bislang konnten Vermögensverwalter, Berater und Finanzplaner jederzeit Tabellen vorzeigen, die die These von der Überlegenheit von Aktien belegen. Über Zeiträume von 20 oder 30 Jahren zeigten die durchschnittlichen Entwicklungs-Kurven von Aktien- gegenüber Renten-Investments zwar eine deutlich höhere Volatilität und damit auch mehr kurzfristige Unsicherheit. Doch die Aktien-Kurve lag am Ende der Koordinaten-Reihe fast grundsätzlich oberhalb der Linien, die die per-annum-Renditen für Renten-Investments anzeigten.

Damit scheint vorerst Schluss zu sein, auf den ersten Blick jedenfalls. Die langfristigen Renditen von Aktienfonds sind im Keller. Wer die jüngsten Statistiken zum Thema Fondssparen studiert, die der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) alle drei Monate veröffentlicht, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Unter dem Strich stehen Zahlen, die belegen, dass Investoren in den vergangenen Dekaden entweder kaum Gewinne oder sogar Verluste mit Aktienanlagen gemacht haben.

So haben beispielsweise Anleger, die seit zehn Jahren monatlich regelmäßig in einen weltweit anlegenden Aktienfonds einzahlten, laut BVI-Statistik mit ihrem Sparplan im Durchschnitt bis heute eine Negativrendite von minus 3,3 Prozent jährlich erzielt. Sparpläne mit europäischen Aktienfonds brachten über die vergangenen 20 Jahre hinweg eine Rendite von gerade einmal 1,9 Prozent per annum. Über 30 Jahre hinweg sind es immerhin 5,5 Prozent. Doch das war mit Rentenfonds, die in europäische Anleihen mit drei bis fünf Jahren Laufzeit investieren, ebenfalls zu erzielen. Euro-Rentenfonds mit länger laufenden Anleihen brachten es sogar auf 5,6 Prozent.

Magere Rendite

Deutschland-Aktienfonds bescherten laut BVI ihren Anlegern in den vergangenen 30 Jahren zwar eine durchschnittliche Rendite von sieben Prozent jährlich, doch über kürzere Zeiträume hinweg betrachtet sieht die Bilanz gegenüber Investments in Rentenanlagen nicht so rosig aus. Anleger, die in den vergangenen zehn Jahren mit Fonds-Sparplänen konsequent in Aktien von Allianz, Daimler, VW und Co. investierten, haben damit bis heute eine magere Rendite von gerade einmal 0,9 Prozent per annum erzielt - vor Steuern.

Nach Steuern sogar minus

Seit Jahresanfang muss dieser Faktor leider mit eingerechnet werden. Denn seit Einführung der Abgeltungsteuer müssen Wertpapier-, Dividenden- und Zinsgewinne unabhängig von der Haltedauer versteuert werden. Rechnet man die Steuer hinzu, bliebe in Zukunft bei gleichbleibenden Renditeaussichten unter Berücksichtigung der Inflation bei Deutschland-Aktienfonds-Sparplänen nicht einmal eine schwarze Null unterm Strich stehen.

"Bei einer Berechnung für zukünftige Renditewahrscheinlichkeiten sollte man die BVI-Statistik allerdings nicht einfach hochrechnen", wehrt Andreas Beck vom Institut für Vermögensaufbau ab. "Durch die Finanzkrise sind einige Bewertungskennzahlen durcheinander geraten. Das betrifft auch Performance-Statistiken, die über 20 oder 30 Jahre gehen", so Beck.

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Kommentare zu " Vermögensaufbau: Lohnt sich das Sparen mit Aktienfonds?"

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  • Liebes Handelsblatt, was für eine Erkenntnis!
    Nach fünf Jahren Hausse wird an gleicher Stelle dann wieder das Gegenteil behauptet und genauso kurzsichtig begründet. Da sieht ja meine Oma noch weiter.
    Wie wärs denn mal damit: Recherchiert einen Artikel zur Abwechslung mal nicht in der Mittagspause bei Wikipedia sondernsetzt euch auf euren fetten Hintern und versucht zu begreifen, was abgeht. Kleines Stichwort: Wirtschaftszyklus

  • Liebes Handelsblatt, was für eine Erkenntnis!
    Nach fünf Jahren Hausse wird an gleicher Stelle dann wieder das Gegenteil behauptet und genauso kurzsichtig begründet. Da sieht ja meine Oma noch weiter.
    Wie wärs denn mal damit: Recherchiert einen Artikel zur Abwechslung mal nicht in der Mittagspause bei Wikipedia sondernsetzt euch auf euren fetten Hintern und versucht zu begreifen, was abgeht. Kleines Stichwort: Wirtschaftszyklus

  • wenn ich bedenke, dass meine von den journalisten seit jahrzehnten geschmähnte sichere lebens bzw. rentenversicherungen sich im verhältnis besser entwickelt haben und im gleichen zeitraum (20j.)ich bei den sparplänen dekafonds teilweise verluste hinnehmemn musste, frage ich mich nach der unabhänigkeit der schreiber. ich bin immer für positive zukunft, aber bitte mit augenmaß und ordentliche recherche bVi danke für die bestechenden ehrlichen berechnungen der letzten 10 Jahre

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