Vermögensverwalter
Fortis schluckt ABN-Fonds

Mit der Übernahme betreut das Haus demnächst über 330 Milliarden Euro und wird so zu einem der größten Vermögensverwalter. In Zukunft sollen vor allem Schwellenmärkte in den Fokus rücken - nicht zuletzt wegen der enormen Wachstumsraten.

FRANKFURT. In Europa entsteht einer der größten Vermögensverwalter: Die 131 Mrd. Euro betreuende Fortis Investments schluckt die 210 Mrd. Euro verwaltende ABN Amro Asset Management. „Wir haben viele Aufgaben zu lösen“, sagt Richard Wohanka in einem Handelsblatt-Gespräch, in dem er zum ersten Mal seine Pläne darstellt. Wohanka leitet Fortis Investments und wird auch die neue Gesellschaft unter gleichem Namen führen.

Ein Bankentrio – Royal Bank of Scotland, das Benelux-Institut Fortis und die spanische Bank Santander – hatte im vergangenen Jahr die niederländische Großbank ABN Amro übernommen. Fortis erhielt in diesem Zuge unter anderem die Vermögensverwaltung. Wohanka hat nach Klärung rechtlicher Fragen jetzt grünes Licht für die Integration. Er muss wichtige Mitarbeiter trotz der geplanten Verschlankung an Bord halten, will außerdem den wichtigen Wachstumskurs in Asien forcieren und denkt über den Einstieg in das Direktgeschäft mit Privatkunden nach. Das alles in schwierigen Zeiten der Schockwellen, die durch die Kreditkrise ausgelöst wurden.

Die Anlagesparten von Fortis und ABN Amro beschäftigen rund 1 100 bzw. 1 800 Mitarbeiter weltweit. „Wir werden längerfristig etwa 500 Personen weniger beschäftigen, betroffen sind vor allem das Portfoliomanagement und unterstützende Bereiche“, sagt Wohanka. Deutschland ist nach seinen Aussagen von dem Synergieprogramm kaum betroffen. Die Fortis-Sparte betreut hierzulande mit 39 Mitarbeitern 3,2 Mrd. Euro, ABN Amro erreicht mit 17 Beschäftigten 2,4 Mrd. Euro. „Am Ende werden wir auf 50 bis 60 Personen kommen“, sagt Wohanka. Eine Entscheidung über die Führung der neuen Deutschlandsparte ist noch nicht getroffen. Bei Fortis stehen Heinz Hockmann und Martin Theisinger an der Spitze, bei ABN Amro sind es Hans-Jürgen Schäfer und Michael Geier.

„Sehr starke Überschneidungen“ bei beiden Gesellschaften erkennt Wohanka vor allem in den klassischen Produktbereichen. „Es geht um die traditionellen Aktien- und Anleiheklassen, um Credits, asiatische, japanische, Emerging-Markets-Aktien“, sagt er. „Dagegen hat ABN Amro sehr viel mehr bei den alternativen Investments zu bieten, das ist ein großes Plus für uns.“ Insgesamt wertet er die wachsende Produktpalette als Gewinn für den Anleger.

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