Vermögensverwalter halten sicherheitshalber hohe Kassebestände
Osteuropa-Aktien belasten Fonds

Die europäischen Aktienfonds machten ihren Anteilseignern auch im Februar keine Freude. Bis zu 16 Prozent fielen die Aktien, nachdem sie schon in den vergangenen zwölf Monaten deutlich abgesackt waren. Auf Jahressicht verloren die 411 in Deutschland vertriebenen europäischen Aktienfonds durchschnittlich 44 Prozent an Wert.

FRANKFURT. Besonders hart traf es den Espa-Stock-New-Europe-Aktive. Der Fonds setzt auf Aktien aus Österreich und Osteuropa. Der Kursverfall in den neuen Mitgliedstaaten der Europäischen Union bescherte dem Fonds 2008 einen Verlust von rund 60 Prozent. Die Experten von der Ersten Bank geben dennoch einen optimistischen Ausblick für 2009. Der Fondsmanagerin Doris Stadler bereitet das aktuelle Niveau der Staatsverschuldung mit Ausnahme Ungarns keine Sorgen. Und der Erste-Sprecher Dieter Kerschbaum ergänzt: "Die unmittelbare Gefahr eines Staatsbankrotts, die sich in erhöhten Länderspreads niederschlägt, ist weitgehend irrational."

Laurent Dobler von Comgest hingegen ist weiterhin skeptisch. Er setzt mit beiden Europafonds in der Hitliste verstärkt auf Schweizer Titel. Immerhin hielten beide im Februar die Verluste mit Minus fünf Prozent einigermaßen in Grenzen. Eigentlich sollten die Fonds von der defensiven Strategie des Fondsmanagers profitieren. "Wir betreiben ein Stockpicking unabhängig von den Moden an den Börsen", sagt Jan-Peter Dolff, Geschäftsführer von Comgest Deutschland. Der Lebensmittel- und der Pharmasektor sollen für Kursgewinne in den Fonds sorgen.

"Die Schweizer Medizintechniker haben noch Aufwärtspotenzial", sagt sein Kollege Dobler. Er will auch in den kommenden Monaten ausschließlich auf Aktien nicht-zyklischer Unternehmen setzen. Denn die liefern auch in der Krise weiterhin Wachstumszahlen: "Danone verzeichnete ein organisches Wachstum von 8,4 Prozent, und für 2009 erwartet die Unternehmensführung sogar ein Plus von zehn Prozent", sagt Dobler.

Nur vom Luxusgüter-Konzern LVMH ist er enttäuscht: "Nach sieben Prozent Umsatzwachstum 2008 gibt das Unternehmen keine absoluten Ziele für 2009 bekannt." LVMH zeigte sich bis dato für die kommenden Monate noch optimistisch. Doch auch die Luxuskonkurrenz Hermès und der Einzelhändler PPR müssen ihre Gewinnprognosen jetzt nach unten anpassen.

Sicherheitshalber halten beide Fonds derzeit einen Maximalanteil Kassebestand von rund sieben Prozent.

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