Vermögensverwalter investieren unverändert in Fonds für Beteiligungen
Stiftungen sind treue Anleger

Die großen deutschen Stiftungen wollen ungeachtet der in den letzten Monaten fast zum Erliegen gekommenen Geschäfte von Private-Equity-Gesellschaften an ihren Engagements bei den Finanzinvstoren festhalten.

FRANKFURT. "Wir werden unser Investment in die alternative Anlageklasse Private Equity wie angekündigt ausbauen. Wir sehen keinen Grund, unsere Pläne zu ändern", sagte Holger Benke, der Geschäftsführer der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, dem Handelsblatt.

Nach Angaben von Benke hat die Hertie-Stiftung - mit einem Vermögen von zuletzt 847 Mill. Euro eine der größten Privatstiftungen in Deutschland - derzeit etwa 30 Mill. Euro in Private-Equity-Fonds investiert. "Weitere 40 Millionen Euro haben wir den Fonds zuge-sagt", sagte der Stiftungsgeschäftsführer. Damit wären dann sieben Prozent des Stiftungsvermögens in Private Equity investiert.

Auf einen ähnlichen Wert kommt die Volkswagen-Stiftung, die im Gegensatz zur Hertie-Stiftung ihr Private-Equity-Engagement allerdings nicht ausbauen will. "Wir betrachten uns als voll investiert, werden nicht aufstocken, aber auch keine Engagements aufgeben", sagte Dieter Lehmann, der Leiter der Vermögensverwaltung der Stiftung. Die Volkswagen-Stiftung hat die Genehmigung, bis zu zehn Prozent ihres Vermögens in alternative Anlagen zu investieren. Derzeit liegt dieser Wert bei sieben Prozent; fünf Prozent des Vermögens sind in Beteiligungskapital investiert. "Durch die Wertsteigerung werden wir mit der Zeit die Zielmarke von zehn Prozent erreichen", begründete Lehmann die Zurückhaltung bei Neuengagements.

Deutsche Stiftungen haben die Anlageform Private Equity weitaus später entdeckt als US-Stiftungen wie etwa die der Universitäten Yale oder Harvard. Zudem agieren die Deutschen deutlich vorsichtiger. "Stiftungs- und Steuerrecht setzen uns hier zwar keine klaren Grenzen, wir gehen aber behutsam vor. Ich kenne keine deutsche Stiftung, die bei Private Equity auch nur annähernd eine Asset-Allocation wie etwa Yale oder Harvard hätte", sagt Benke.

Die Private-Equity-Fonds leiden seit Monaten unter der Finanzkrise. Üblicherweise finanzieren sie bei einer Firmenübernahme den Kaufpreis zum größten Teil über Bankkredite. Diese müssen dann die gekauften Unternehmen tilgen. Bei einem Verkauf erhalten die Finanzinvestoren dennoch den größten Teil des Erlöses, was ihnen eine hohe Rendite einbringt. Allerdings sind die Banken wegen der Finanzkrise mit ihren Kreditzusagen zuletzt sehr zögerlich gewesen.

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