Vermögensverwalter Michael Keppler sieht überdurchschnittliche Kurschancen in Korea, Taiwan und Brasilien
Aktien in Schwellenländern gelten als günstig

Der Fonds JP Morgan Fleming Middle East schneidet besser ab als Michael Keppler – so das seit Monaten vertraute Bild bei jenen Aktienfonds, deren Manager ausschließlich in Schwellenländern investieren.

HB DÜSSELDORF. Der Fonds JP Morgan Fleming Middle East schneidet besser ab als Michael Keppler – so das seit Monaten vertraute Bild bei jenen Aktienfonds, deren Manager ausschließlich in Schwellenländern investieren. Der New Yorker Länderanalyst belegt mit den Fonds, bei denen er als Berater fungiert, im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich die Plätze zwei, drei, fünf und zehn. Keppler schlägt um die meisten der im führenden JP Morgan Fleming Middle East Equity Fund vertretenen Märkte einen großen Bogen: „Aktien aus Ägypten, Israel und Jordanien bieten aktuell kaum Substanz und stehen deshalb bei uns auf der Verkaufsliste“, so der Geschäftsführer von Keppler Asset Management. Einzig die Türkei, im JP-Morgan-Fonds zu knapp 35 Prozent vertreten, stuft auch Keppler als Kaufkandidat ein. Die Türkei macht in seinen Portfolios rund zehn Prozent des Fondsvermögens aus.

Der ehemalige Commerzbanker achtet bei seiner Länderauswahl im Wesentlichen auf drei Kennzahlen: das Kurs-Gewinn-Verhältnis, die Dividendenrendite und das Kurs-Buchwert-Verhältnis. Die besten Durchschnittswerte weisen dabei neben der Türkei Südkorea, Brasilien, Russland und Taiwan auf. Der Anteil dieser fünf Märkte beträgt aktuell mehr als 60 Prozent. Aus Kepplers Sicht ähnlich interessant, aber aus Liquiditätsgründen niedriger gewichtet sind Tschechien, die Philippinen, Sri Lanka, Venezuela und Kolumbien.

Ähnlich wie für Michael Keppler steht auch für Wim Hein Pals die Identifikation der interessantesten Märkte an erster Stelle, die Auswahl aussichtsreicher Einzeltitel spielt eine eher untergeordnete Rolle. „Forschungen belegen, dass in Schwellenländern die Aktienentwicklung mehr von gesamtwirtschaftlichen und politischen Entwicklungen als von sektorspezifischen Faktoren bestimmt wird“, begründet der Manager des auf Rang sechs liegenden Robeco Emerging Markets Equity diese Reihenfolge. Dabei stehen Südkorea, Taiwan und Brasilien auf seiner Einkaufsliste ebenfalls ganz oben – neben Indien, das Konkurrent Keppler schon vor einiger Zeit auf „Verkaufen“ gestellt hat.

„Indien gehört derzeit zu den teuersten Ländern im Emerging-Markets-Universum“, gibt Pals zu. Angesichts des sehr hohen Gewinnwachstums indischer Unternehmen hält der Robeco-Manager, der bereits seit Anfang 1994 im Schwellenländer-Team der niederländischen Gesellschaft arbeitet, die hohen Bewertungen jedoch für gerechtfertigt. Großes Potenzial sieht Pals unter anderem in der anhaltenden Verlagerung von Produktionsstätten und Know-how auf den Subkontinent: „Das gilt längst nicht mehr nur für den Technologiesektor, sondern zunehmend auch für die Automobilindustrie oder medizinische Dienstleistungen.“

In einem Punkt stimmen Pals und Keppler dann wieder überein: Im Vergleich zu den Industrieländern seien Aktien aus den Emerging Markets weiter sehr günstig bewertet.

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