Vermögensverwalter: Pimco wirft Schatten auf Allianz

Vermögensverwalter
Pimco wirft Schatten auf Allianz

Pimco ist für die Allianz kein Erfolgsgarant mehr: Der Vermögensverwalter wächst nur noch langsam. Die Allianz jedoch steht mit dem besten Bilanzergebnis seit 2007 da. Für 2014 erwartet Diekmann stagnierende Gewinne.
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MünchenDer Erfolgsgarant Pimco wird für seinen Mutterkonzern Allianz zur Baustelle. Der kalifornische Vermögensverwalter, der im vergangenen Jahr noch einen Rekordgewinn in München abgeliefert hat, zeigt erste Bremsspuren, nachdem der Nimbus seines „Investment-Gurus“ Bill Gross deutlich gelitten hat. Die Allianz macht sich auf eine „Wachstumspause“ bei Pimco gefasst und befürchtet, dass die Fondsgesellschaft im neuen Jahr nur ein Viertel zum operativen Gewinn des Versicherungsriesen beisteuern wird. 2013 war es fast ein Drittel. Pimco müsse die Abhängigkeit von seinem Gründer Gross reduzieren, sagte Allianz-Chef Michael Diekmann am Donnerstag in München.

Im laufenden Jahr setzt Diekmann darauf, dass vor allem das Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft die erwarteten Einbußen bei Pimco wettmachen kann. Insgesamt dürfte der operative Gewinn damit nach seinen Erwartungen bei 9,5 bis 10,5 Milliarden Euro stagnieren. Die 10,1 Milliarden Euro, die der Konzern 2013 im operativen Geschäft erwirtschaftete, bedeuteten ein Plus von acht Prozent und waren der höchste Gewinn seit 2007, dem Jahr vor der Finanzkrise. Der Nettogewinn stieg sogar um 15 Prozent auf sechs Milliarden Euro, die Aktionäre sollen mit einer auf 5,30 (2012: 4,50) Euro erhöhten Dividende belohnt werden.

Trotzdem war die Allianz-Aktie am Donnerstag mit einem Minus von zeitweise vier Prozent der größte Verlierer im Dax. Händler erklärten das vor allem mit Gewinnmitnahmen. Doch auch die milliardenschweren Mittelabflüsse bei Pimco machten Anleger vorsichtig. Hatten Investoren 2012 noch 114 Milliarden Euro neu bei Pimco und der kleineren deutschen Schwester Allianz Global Investors neu angelegt, zogen sie im vergangenen Jahr unter dem Strich zwölf Milliarden ab. Pimco büßte allein im vierten Quartal 36 Milliarden Euro ein. Finanzvorstand Dieter Wemmer unkte, die „Wachstumspause“ bei Pimco habe noch gar nicht begonnen.

Die 1971 gegründete und erfolgsverwöhnte Pacific Investment Management Company war im Jahr 2000 von der Allianz übernommen worden. Sie gilt als Juwel und hat dem Münchener Finanzkonzern seitdem konstant gute Gewinne eingebracht, was die Allianz Fonds-Chef Gross mit großen Freiheiten dankte. Diekmann wies nun den Vorwurf zurück, er habe Pimco, die insgesamt fast zwei Billionen Dollar Kundengelder verwaltet, zu sehr an der langen Leine geführt.

Seit dem abrupten Abschied von Pimco-Vorstandschef Mohamed El-Erian im Januar kommt das Unternehmen nicht mehr zur Ruhe. Diekmann hat offenbar in der Machtfülle des 69-jährigen Gross einen Grund dafür ausgemacht. Man müsse sich fragen: „Ist es eine One-Man-Show Bill Gross oder mehr?“. Deshalb seien sechs Stellvertreter für den Chief Investment Officer ernannt worden. Pimco ist mit Anleihefonds groß geworden, doch nun soll die Fondsgesellschaft ein breiteres Fundament bekommen. Gross managt mit dem Total Return Fund den weltgrößten Anleihe-Fonds. Er litt im vergangenen Jahr aber unter massiven Mittelabflüssen.

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