Vermögensverwalter sehen nach starken Einbrüchen Boden erreicht
US-Fondsmanager stocken Finanztitel massiv auf

Während Analysten an der Wall Street die Zukunft der Finanzbranche sehr düster einschätzen, haben einige Manager der größten Investmentfonds zugekauft. Seit Juni pumpten zum Beispiel die US-Fondsgesellschaften T. Rowe Price Group und Legg Mason zusammen etwa eine Mrd. Dollar in Aktien der US-Investmentbanken Goldman Sachs, Morgan Stanley, Lehman Brothers und Bear Stearns.

NEW YORK. „Seit 1990 sind Finanzwerte nicht so günstig gewesen“, begründet Bill Miller, Fondsmanager des Legg Mason Value Trust seine antizyklische Strategie. Der Fonds hat sich in 15 Jahren bis 2006 jedes Jahr besser entwickelt als der S&P 500 Leitindex. Im laufenden Jahr ist die Wertentwicklung 1,9 Prozent hinter der Benchmark zurückgeblieben.

Während die Gewinne nach den rekordhohen Ergebnissen des ersten Quartals fielen, ist der US-Milliardär Joseph Lewis bei Bear Stearns eingestiegen und hat Aktien im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar erworben. Vermögensverwalter James Barrow aus Dallas hat seine Position am fünftgrößten US-Finanzdienstleister verdreifacht. Das geht aus Meldungen an die US-Wertpapieraufsicht SEC hervor.

Legg-Mason-Manager Miller vergleicht die aktuelle Marktsituation mit jener im Jahr 1990. Damals verzeichneten die Finanztitel im November und im Dezember Tiefstkurse. Die US-Wirtschaft schwächelte und der Markt für riskante Unternehmensanleihen – Junk Bonds – brach zusammen. Als die US-Wirtschaft 1991 in eine Rezession schlitterte, verzeichneten die Finanzaktien satte Kursgewinne. In dem Jahr legten die Aktien von Merrill 185 Prozent zu, Bear Stearns stiegen 85 Prozent. Das war der höchste jemals verzeichnete Kursanstieg beider Unternehmen in einem Jahr. Die Aktien von Morgan Stanley gewannen im gleichen Zeitraum 134 Prozent an Wert.

Miller geht weiter davon aus, dass eine zukünftige Erholung davon abhängig ist, in welchem Umfang die Wertpapierhäuser ihre mit Hypotheken besicherten Anlagen abschreiben. Indem sie diese Anleihen so tief wie möglich in ihren Büchern bewerten, eröffnen sich die Investmentbanken Spielräume für außerordentliche Gewinne, sollten die Bewertungen im kommenden Jahr vor dem Hintergrund besserer Marktbedingungen anziehen. Im schlimmsten Fall vermeiden sie dadurch weitere Verluste.

Quelle: Bloomberg

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