Vermögensverwalter setzen verstärkt auf Mexiko
Brasilianische Aktien ziehen Lateinamerikafonds ins Minus

Ohne die Rohstoffriesen Vale do Rio Doce und Petrobras geht nichts an der brasiliansichen Börse in Sao Paulo. Die beiden Aktien machen zusammen rund ein Drittel der Marktkapitalisierung aller Unternehmen an der Bovespa aus. Das ist auch Grund dafür, dass ein Exchange Traded Fund (ETF) in der Feri-Jahresabrechnung 2008 relativ weit oben steht.

FRANKFURT. Nur ein einziges aktiv gemanagetes Produkt schaffte eine bessere Wertentwicklung. Und selbst die fiel in den vergangenen zwölf Monaten negativ aus: Der Jyske-Invest-Latin-America-Fonds bescherte seinen Anteilseignern in diesem Zeitraum rund 45 Prozent Verlust.

"Auf die Aktien von Petrobras und Vale do Rio Doce kann kein Fondsmanager verzichten, wenn sich die Wertentwicklung seines Portfolios am Vergleichsindex orientieren soll", sagt Simon Nöth von Morningstar. Um die im Investmentgesetz festgeschriebene Höchstgrenze einer Einzelposition im Fonds zu umgehen, können die Vermögensverwalter Futures auf den jeweiligen Index kaufen, damit sie an der Performance von Indexschwergewichten teilhaben können.

Brasilien spielt nach Meinung des Experten weiterhin eine dominate Rolle in Lateinamerika. "Brasilianische Aktien haben im Zuge der Kursstürze stärker verloren, folglich ist die Marktkapitalisierung in den Indizes und auch in den Fonds etwas zurückgegangen", sagt Nöth. Während die Aktien an der Bovespa 2008 rund 54 Prozent an Wert verloren, sanken die Kurse in Mexiko allerdings um nur 40 Prozent. "Mexikanische Aktien haben dadurch relativ an Marktkapitalisierung gewonnen", sagt Nöth. Mexiko ist stärker von der Wirtschaft in den USA abhängig als alle anderen Länder in Lateinamerika. Hält die Rezession in Nordamerika weiter an, könnte dies negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung in Mexiko wirken.

Der Telekommunikations-Konzern America Movil sorgt derzeit für Auftrieb an der Börse in Mexico-Stadt. Im Lateinamerika-Fonds von Jyske Invest macht die Aktie aktuell rund neun Prozent aus. Flemming Larsen, der Fondsmanager des Latin-America-Equities-Fonds glaubt an eine günstige Einstiegschance: "Historisch und gemessen an traditionellen Kennzahlen ist die Bewertung lateinamerikanischer Aktien niedrig", sagt der Aktienexperte. "Die Gewinntransparenz ist jedoch etwas unklar, aufgrund der niedrigen Verschuldung der Unternehmen sollten sie aber widerstandsfähiger gegen das geringere Wirtschaftswachstum sein."

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