Vermögensverwaltung
Berater spekulieren auf verunsicherte Investoren

Weil die Finanzkrise sie vorsichtig macht, holen immer mehr institutionelle Anleger Rat von Außen ein - das hofft zumindest die Beraterbranche und spekuliert auf ein erfolgreiches Jahr 2008. Fachelute attestieren Nachholpotential.

FRANKFURT. Die Berater großer Investoren wie Pensionsfonds oder Versicherungen rechnen mit einer Geschäftsbelebung durch die Finanzmarktturbulenzen. „Das laufende Jahr dürfte besser für unsere Branche verlaufen“, sagt etwa Georg Seil, geschäftsführender Gesellschafter der Consultingfirma GSC. Genaue Zahlen zu den Einnahmen der Branche sind nicht erhältlich, allerdings hat die Zahl der Aufträge in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Denn die Kreditkrise bereitet institutionellen Anlegern zunehmend Probleme. „Schon in den beiden vergangenen Jahren haben die für Altersvorsorgegelder zuständigen Investoren mit ihren Anleihebeständen zu geringe Erträge erzielt, nun kommen die aktuellen Turbulenzen noch hinzu“, sagt Seil. So manche der Adressen seien auch in heiklen US-Hypothekenpapieren engagiert oder hätten Währungsverluste erlitten. „Risikomanagement wird jetzt stärker beachtet, und falsche Anlagestrukturen treten offen zu Tage, ähnlich wie beim Platzen der Aktienblase vor acht Jahren“, sagt Paul Deane-Williams, Consultant bei Watson Wyatt in London. „Parallel dazu steigt der Bedarf an beratungsintensiven alternativen Investments“, ergänzt Torsten Köpke, Leiter des deutschen Investmentconsulting bei Watson Wyatt.

Die Manager institutioneller Investoren müssten auch ihren eigenen Arbeitsplatz schützen, entweder durch Wechsel von Vermögensverwaltern oder durch Einschalten eines Consultants, sagt Dirk Söhnholz, Partner bei Feri Institutional Advisors.

Fachleute wittern hierzulande Nachholpotenzial für die Beratungsbranche, die von der Auswahl von Asset-Managern und Dienstleistungen wie Risikomanagement oder Vermögensstrukturierung lebt. Laut einer Branchenerhebung wurde 2007 fast jedes dritte Mandat nach Einschaltung eines Consultants vergeben; damit hätte sich die Quote über fünf Jahre mehr als verdoppelt. In Großbritannien allerdings ist die Beteiligung eines Beraters die Regel.

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