Vermögensverwaltung Lingohr & Partner bringt RWS-Fonds nach vorne
Hoher Europa-Anteil zahlt sich bei Globalfonds aus

Wer die Erkrather Vermögensverwaltung Lingohr & Partner mit dem Management eines mittelmäßigen Investmentfonds betraute, der musste in der Vergangenheit nicht lange auf Besserung warten.

HAMBURG. Im Oktober 1996 legte Gründer Frank Lingohr gemeinsam mit der Berliner LBB-Invest seinen ersten globalen Aktienfonds auf, den Lingohr-Systematic-LBB-Invest. Dessen Erfolg - der Fonds legte seit Gründung 266 Prozent zu, während der Vergleichsindex MSCI World nur um 119 Prozent stieg - überzeugte die Konkurrenz.

Heute betreut Lingohr & Partner insgesamt elf Publikumsfonds im Gesamtvolumen von 2,45 Mrd. Euro. Als vorläufig letzter Auftrag kam Anfang Januar der 1997 aufgelegte RWS-Aktienfonds Veritas hinzu, der sich bis dahin in etwa wie der Index bewegt hatte. In der jüngeren Vergangenheit legte der Fonds dann deutlich zu. Im Zwölf-Monats-Vergleich belegt der exklusiv vom Hannoveraner Finanzvertrieb RWS angebotene Fonds mit einem Wertzuwachs von 32,60 Prozent unter 360 Globalfonds den dritten Platz (Tabelle).

Dass der RWS Aktienfonds Veritas den Lingohr-Systematic-LBB-Invest und den seit Mitte vergangenen Jahres ebenfalls von Lingohr betreuten RWS Wachstumsfonds MI trotz identischem Managementansatz um rund sieben Prozentpunkte abhängte, ist einfach zu erklären. "Das von RWS vorgegebene Konzept sieht vor, dass mindestens 51 Prozent des Fondsvermögens in deutschen Aktien investiert sind" sagt Lingohr-Manager Michael Broszeit. Eine entsprechende Vorgabe gebe es für die beiden anderen Fonds nicht; dort betrage der Anteil von in den vergangenen zwölf Monaten besonders gut gelaufenen deutschen Aktien systembedingt nur etwas mehr als zehn Prozent. Ab September nächsten Jahres sei allerdings geplant, den Deutschland-Schwerpunkt des RWS Aktienfonds Veritas auf Europa zu verbreitern.

Fast ausschließlich in europäische Aktien investiert Gottfried Springer, Berater des aktuell auf Rang eins liegenden Springer European Plus. Zwar ermöglichen die Anlagebedingungen des bei der österreichischen Meinl Bank aufgelegten Fonds grundsätzlich einen größeren Aktionsradius; doch mit dem australischen Biotech-Unternehmen Clinuvel Pharmaceuticals befindet sich derzeit nur eine außereuropäische Aktie im Portfolio. Die gute Performance der vergangenen zwölf Monate verdankt Springer unter anderem seinem vergleichsweise hohen Engagement in Osteuropa (aktuell: 30 Prozent). Auf diese Region hat sich der Partner der Schweizer Anlageberatungsfirma Qino ebenso spezialisiert wie auf das Aufspüren unterbewerteter Nebenwerte, die ebenfalls bis zu 30 Prozent des Fondsvermögens ausmachen.

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds

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