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Versicherungsprämien für Windräder steigen

Windrad-Policen machen den Versicherern keine Freude. Die Prämien decken die Schäden nicht mehr, für die deutsche Versicherer im vergangenen Jahr nach Feststellung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rund 40 Mill. Euro gezahlt haben.

rrl DÜSSELDORF. Einige Versicherer verzeichneten Schadenquoten von bis zu 300 Prozent, heißt es beim GDV. Dabei lässt sich das Schadenspotenzial nicht genau quantifizieren. „Die Hersteller haben in der Vergangenheit viele Schäden auf die eigene Kappe genommen“, sagt Michael Graf, bei der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft für Kraftwerks-Versicherungen zuständig.

Versicherungsverträge für Windräder werden typischerweise über ein Jahr abgeschlossen und in drei Varianten angeboten: Die Sachschadenversicherung deckt Schäden analog einer Feuerversicherung, also durch Feuer, Blitzschlag oder Sturm. Die Maschinen- und Maschinenbetriebsunterbrechungsversicherung deckt zusätzlich Ausfälle auf Grund von Anlagedefekten wie etwa geborstener Getriebe, Lagerschäden oder Risse an Rotorblättern ab. All- Risk-Police umfassen beide Risiken.

Weil die Defekte mit dem Alter der Anlage zunehmen, wird der Versicherungsschutz tendenziell von Jahr zu Jahr teurer. Prämien und/oder Selbstbeteiligung steigen. Manche Fondsanleger werden erleben, dass Versicherer als defektanfällig bekannte Windräder eines Herstellers nicht mehr gegen Betriebsunterbrechung versichern. Peter Ahmels, Präsident des Bundesverbandes Windenergie e.V., bestätigt, dass Versicherer Listen der Gerätetypen führen, die sie nicht mehr versichern.

Dabei wäre Versicherungsschutz sogar von Anfang an wichtig: „Ein Fonds wäre gut beraten, auch während der Garantiezeit eine Maschinenschaden-Versicherung abzuschließen“, meint Graf. Die zahle auch, wenn der Hersteller wegen Insolvenz Garantieverpflichtungen nicht erfüllen könne. Anleger eines Fonds des Initiators Umweltkontor kennen das Problem. Als Windrad- Hersteller Frisia in Insolvenz ging, wurde die Garantie wertlos.

Für BWE-Präsident Ahmels liegen Paketlösungen im Trend: Der Fonds zahlt Bagatellschäden; der Hersteller verpflichtet sich, innerhalb bestimmter Zeiten zu reparieren, und erst im schlimmsten Fall springt der Versicherer ein.

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