Versorger und Volkswagen stützen die positive Entwicklung
Dividendenfonds laufen der Konkurrenz davon

Zwei Indexfonds führen im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 105 ausschließlich in den Mitgliedsländern der Europäischen Währungsunion anlegenden Aktienfonds:

HAMBURG. Der Dow Jones Euro Stoxx Select Dividend 30 von Indexchange erzielte zum Stichtag 28. Februar einen Zuwachs von 26,37 Prozent, ein am selben Index orientiertes Produkt der Barclays-Tochter I-Shares kommt auf 25,67 Prozent. "Beide Fonds haben im vergangenen Jahr sehr stark von Spezialthemen profitiert", sagt Daniel Schär. Dazu zählt der Fondsanalyst der Berliner Weberbank die Übernahmephantasien im Versorger- und Stahlbereich, aber auch erfolgreiche Restrukturierungsbemühungen wie bei VW.

Das Anlageuniversum des Dow Jones Euro Stoxx Select Dividend 30 umfasst alle Euroland-Titel, die im Vorjahr eine Dividende gezahlt, diese in den vorangegangenen fünf Jahren nicht gekürzt und darüber hinaus in diesem Zeitraum nie mehr als 60 Prozent ihrer Gewinne ausgeschüttet haben. Nach einem speziellen Schlüssel werden dann jene 30 Titel ausgewählt, die im Verhältnis zu anderen an der jeweiligen Heimatbörse gelisteten Unternehmen die höchsten Dividendenrenditen aufweisen. Dazu gehören neben Arcelor Thyssen-Krupp, Endesa und VW unter anderem Tui, BASF und MAN. Der aktuelle Deutschland-Anteil liegt bei 27 Prozent.

Die Zukunft der Fonds beurteilt Weberbank-Analyst Schär zurückhaltend. "Vergleichbare Dividendenkonzepte gehören zu den langfristig erfolgreichsten Anlagestrategien", sagt er zwar. Auf der anderen Seite sei ein Erfolg wie in den vergangenen zwölf Monaten nicht in Serie erzielbar. Schär glaubt, dass die Börse nun wieder mehr auf das Gewinnwachstum als auf die Dividenden schaut: "Gerade in Phasen, in denen Unternehmensgewinne abflachen, schnitten Wachstumsaktien in der Vergangenheit besser ab als der breite Markt."

Für ein solches Umfeld seien Fonds wie der Allianz-dit Wachstum Euroland, der auf Zwölf-Monats-Sicht lediglich 5,53 Prozent zulegte, die bessere Wahl. Nur rund 1,5 Prozentpunkte besser schnitt mit dem Index Invest Euro Stoxx 50 von MK Luxinvest ein dritter Indexfonds ab. Auffällig daran aber: Der aus den 50 größten Euroland-Aktien zusammengesetzte Vergleichsindex kam auf rund elf Prozent.

"Der Fonds hatte im vergangenen Jahr starke Abflüsse, deshalb schlugen die Kosten überproportional zu Buche", erläutert MK-Sprecher Stefan Huber. Weil das Volumen nur noch sechs Mill. Euro erreicht, werde er in Kürze mit einem anderen Fonds aus dem Cominvest-Konzern zusammengelegt.

Egon Wachtendorf, Das Investment

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