Viel Energie und wenig Telekom
Dit erreicht hohe Rendite mit Wachstumstiteln

Für den ehemaligen Fußballnationalspieler Günter Netzer ist er "der Aktienfonds der Aufsteiger". Tatsächlich kann sich die Leistung des aktuell von Netzer beworbenen Dit-Wachstum Euroland sehen lassen: In den vergangenen zwölf Monaten erzielte er ein Plus von mehr als 31 Prozent und gehört damit zu den Top Ten seiner Vergleichsgruppe

HAMBURG. Den Hauptgrund für das gute Abschneiden sieht Dit-Manager Dirk Enderlein in der hohen Gewichtung des Energie- (16 Prozent) und der starken Untergewichtung des Telekomsektors. "Ende 2005 haben wir uns ganz von Telekomwerten getrennt", so Enderlein. In seinem 684 Mill. Euro schweren Fonds setzt er ausschließlich auf Unternehmen, die ein überdurchschnittliches Ertragswachstum erwarten lassen. Obwohl viele Wachstumswerte seit Jahresbeginn nur mäßig gelaufen sind, ist Enderlein optimistisch: "Die Bewertungen von Growth-Titeln befinden sich auf einem der niedrigsten Niveaus seit 20 Jahren", so der Dit-Manager. Ein Trendwechsel von Substanz- zu Wachstumstiteln sei daher wahrscheinlich. Zu seinen Favoriten im Portfolio gehören derzeit der Softwarehersteller SAP, der österreichische Ölkonzern OMV und das Catering-Unternehmen Sodexho.

Für den ING Invest Euro High Dividend der niederländischen ING Bank ging es dagegen in den vergangenen zwölf Monaten rapide bergab: Während der von Nicolas Simar betreute Fonds vor weniger als einem Jahr noch zu den Spitzenreitern der Euro-Land-Fonds gehörte, liegt er nun mit einem Wertzuwachs von nur 20 Prozent am Ende seiner Vergleichsgruppe. Bei seiner Titelauswahl geht Simar konsequent vor: Er investiert nur in Titel, deren Dividendenrendite mindestens 2,5 Prozent beträgt; fällt dieser Wert unter zwei Prozent, wird die Aktie verkauft. Aktuell setzt der ING-Manager im Portfolio des 1,3 Mrd. Euro schweren Fonds schwerpunktmäßig auf die Bereiche Finanzen, Konsumgüter und Telekom.

Das schlechtere Abschneiden des ING Invest High Dividend gegenüber dem Dit-Wachstum Euroland führt Fondsexperte Björn Drescher vor allem auf die unterschiedlichen Anlagestile zurück. "In den vergangenen zwölf Monaten sind Growth-Werte sehr viel besser gelaufen als Value-Titel", so der Herausgeber des Informationsdienstes "Fonds im Visier" in St. Augustin. Dividendenfonds hätten es daher deutlich schwerer gehabt. Dennoch rät Drescher davon ab, komplett in Wachstumsfonds umzuschichten. "Die Wachstumsrally läuft bereits auf vollen Touren", so der Fondsexperte. Wer jetzt noch einsteige, habe einen Großteil der Ernte bereits verpasst. Stattdessen sei es zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoller, auf valueorientierte Fonds zu setzen. Dabei favorisiert Drescher allerdings Europa-Fonds, da diese im Gegensatz zu Euro-Land-Fonds auch britische Werte berücksichtigen.

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