Viele Fonds im Minus: Euro-Rentenfonds haben wenig Potenzial

Viele Fonds im Minus
Euro-Rentenfonds haben wenig Potenzial

Mit den meisten europaweit anlegenden Rentenfonds war in den vergangenen zwölf Monaten kein Staat zu machen. Nach einer Feri-Untersuchung fuhren die Fonds im Durchschnitt ein kleines Minus ein. Einen positiven Spitzenplatz belegte die Euram Bank mit einem Engagement in schwedischen Kronen.

HAMBURG. Die Bad Homburger Analyseagentur Feri weist in ihrer aktuellen Zwölf-Monats-Auswertung für die Anlagegruppe ein durchschnittliches Minus von 0,27 Prozent aus. Weitaus besser schlug sich der Europopportunity Bond, der mit einem Plus von 3,39 Prozent zum wiederholten Mal seinen Spitzenplatz behauptete (Tabelle). Das Beraterduo Manfred Huber und Gerhard Matkovits von der Wiener Euram Bank lag unter anderem mit der Übergewichtung in schwedischen Kronen richtig. Die stärkere Gewichtung in diesen Papieren gegenüber dem Vergleichsindex EFFAS-Euro habe die Wertentwicklung des Fonds um einen Prozentpunkt verbessert, erläutert Huber. Als richtig habe sich zudem die massive Verkürzung der durchschnittlichen Laufzeit im Fonds auf derzeit 0,51 Jahre erwiesen.

Zu den Favoriten der Euram-Bank-Manager gehört derzeit auch eine Anleihe der bulgarischen Leasinggesellschaft TBIF, die aktuell mit acht Prozent gewichtet ist. Generell bevorzugen Huber und Matkovits momentan jedoch skandinavische Anleihen. Allein in auf schwedische Kronen lautenden Papieren halten sie derzeit 21 Prozent des Portfolios. "Die Länder der Region bieten ausgezeichnete gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen und haben daher Potenzial", sagt Huber. Die Haltedauer der Papiere im Fonds will er vorerst niedrig halten, da er die Aussichten für die europäischen Rentenmärkte eher verhalten beurteilt.

Ähnlich skeptisch gibt sich auch Tanguy Le Saout, Manager des 13,5 Mrd. Euro schweren Pioneer Funds Euro Bond. Das hohe Volumen verdankt der Fonds vor allem italienischen Anlegern, aus Deutschland stammt rund ein Drittel des Fondsvermögens. Hinsichtlich der Wertentwicklung hinkt das Volumenschwergewicht derzeit seiner Vergleichsgruppe hinterher und belegt mit einem Minus von 2,11 Prozent den letzten Platz seiner Vergleichsgruppe. "In den ersten Monaten des vergangenen Jahres profitierte der Fonds noch von seinem Schwerpunkt auf Papieren mit längerer Laufzeit, zum Jahresende erwies sich dies als ungünstig", räumt Le Saout ein, der nahezu ausschließlich auf Anleihen aus der Euro-Zone setzt.

Die Orientierung an einem Index mit Schwerpunkt auf längeren Laufzeiten kritisiert auch Sirko Möllmann, Rentenfondsanalyst der Berliner Weberbank. Sie schade in Zeiten steigender Renditen. Aktuell sei der Euroopportunity Bond auf Grund seiner flexibleren Laufzeitensteuerung die bessere Wahl. Anleger müssten sich dabei allerdings des Währungsrisikos bewusst sein, sagt Möllmann.

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