Vier Fragen an: Graham Birch
„Rohstoffe werden noch Jahre laufen“

Graham Birch ist Leiter des Rohstoffbereichs bei Blackrock in London. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht er über die Rohstoffhausse und inwieweit die aktuelle Finanzkrise den Rohstoffbereich bewegt.

Handelsblatt: Sie verantworten den 45 Mrd. Dollar großen Bereich für Rohstoff-Aktienfonds bei Blackrock. Commodities sind im Höhenflug: Wie lange noch?

Graham Birch: Ich bin kein Skeptiker, sondern halte es mit dem Rohstoff-Guru Jim Rogers. Dieser historische Aufschwung wird noch viele Jahre dauern. Die Nachfrage aus den Schwellenländern ist einfach zu groß. Darüber hinaus bieten Rohstoffe auch einen gewissen Inflationsschutz. Das ist wichtig vor dem Hintergrund der laufenden Diskussionen zu diesem Thema.

Inwieweit bewegt die aktuelle Finanzkrise den Rohstoffbereich?

Rohstoffe sind erst einmal ein Thema für die Schwellenländer. Deren rasant wachsende Nachfrage wird von der Krise kaum beeinträchtigt, von einer denkbaren kurzfristigen Delle bei Energie und Metallen einmal abgesehen. Aber nur, wenn Chinas Wachstum ins Stocken kommen sollte, könnte das ein Problem werden.

Wird die Rohstoffhausse die Branche der Vermögensverwalter verändern?

Die meisten unserer Konkurrenzfonds sind viel kleiner. Es überrascht mich, dass die Wettbewerber so wenig Interesse zeigen. Aber sie schauen in die Vergangenheit und denken: Wir wollen nicht noch einmal in die Mühlen eines Bärenmarktes geraten wie in den zwei Jahrzehnten zum Ausklang des vergangenen Jahrhunderts.

Wie lange wird das so bleiben?

Viele institutionelle Investoren wie Pensionsfonds und auch die sie beratenden Consultants gehen bei einer Entscheidung pro Rohstoffe lieber direkt an die Terminmärkte als in spezialisierte Aktienfonds. Sie erhoffen sich davon einen besseren Diversifikationseffekt für das Gesamtportfolio. In Zukunft werden allerdings sowohl die Anleger als auch die Consultants feststellen, dass sie hier einen Fehler gemacht haben.

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