VIP-Medienfonds
Comdirect setzt auf Verjährung

Neuer Ärger für Anleger der VIP-Medienfonds: Während die Commerzbank, die die Fonds hauptsächlich vertrieb, auf eine Verjährung in Sachen Falschberatung bis zum 30. Juni 2008 verzichtet, gilt dies nicht für ihre Töchter Comdirect und Comdirect Private Finance. In einem Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt, lehnt die Direktbank einen Verjährungsverzicht für beide Unternehmen ab

sos FRANKFURT. „Es ist mehr als ungewöhnlich, dass in einem Konzern Kunden so ungleich behandelt werden“, kritisiert Rechtsanwalt Jens-Peter Gieschen, der rund 800 VIP-Anleger vertritt. Comdirect-Kunden bleibe jetzt nur noch die Klage. Weder die Commerzbank noch die Comdirect wollten sich auf Anfrage dazu äußern.

Das Institut und seine Töchter waren zwischen 2002 und 2004 Hauptvertrieb der VIP-Medienfonds, die sie vor allem Betuchten, darunter vielen Prominenten, andienten. Insgesamt investierten die rund 11 000 Anleger etwa 690 Mill. Euro.

Aber statt Filme zu finanzieren, floss der größte Teil des Geldes, rund 500 Mill. Euro, auf Konten der Dresdner Bank (VIP 3) und der Hypo-Vereinsbank (VIP 4), wo es wie eine Art Festgeld geparkt wurde. Dem Finanzamt meldete Filmfondsgründer Andreas Schmid aber das komplette Kapital als steuermindernde Investition in Hollywood-Streifen.

Doch das Finanzamt kassierte die Verlustzuweisungen, die Anleger müssen jetzt Steuern in dreistelliger Millionenhöhe nachzahlen. Viele klagen gegen die Commerzbank wegen Falschberatung. Filmfonds-Gründer Andreas Schmid wurde Mitte November zu sechs Jahren Haft wegen Steuerhinterziehung verurteilt.

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