Volatilität soll steigen
Fondsmanager erwarten längere Seitwärtsbewegung

Portfoliolenker gehen davon aus, dass viele Werte für dieses Jahr ihren Höchststand erreicht haben und schichten in defensivere Werte um. Auch die Volatilität soll steigen. Von den Anzeichen einer Börsenblase ist der Markt aber nocht weit entfernt.

HAMBURG. Ende April war für Edouard Carmignac die Welt noch in Ordnung: Der von ihm gemanagte Carmignac Investissement erzielte in den vorangegangenen zwölf Monaten ein Plus von 62,41 Prozent und belegte mit diesem Ergebnis in der 350 Fonds umfassenden Kategorie „Aktien weltweit“ Platz vier.

Das gute Ergebnis war in erster Linie auf die hohe Beimischung von Rohstoff- und Energiewerten zurückzuführen, die im April einen Anteil von rund 27 Prozent am Portfolio des 1,7 Mrd. Euro schweren Fonds hatten. Zudem hat Carmignac rund ein Drittel des Fondsvermögens in Asien, Lateinamerika und Osteuropa investiert. „Ich bin schon lange davon überzeugt, dass Emerging Markets, Rohstoffe und Energie die Zukunft sind“, erläutert der Gründer der französischen Vermögensverwaltung Carmignac Gestion seine Anlagestrategie.

Dies könnte dem Franzosen nun jedoch zum Verhängnis werden: Obwohl Carmignac sein Portfolio über Verkaufsoptionen oder den Verkauf von Futures gegen mögliche Kursrückschläge absichert, verlor sein Fonds seit Mitte Mai mehr als 13 Prozent an Wert. Auslöser dafür war die Ankündigung von weiteren Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed, die die Inflationsängste der Anleger geschürt hat. Seither stehen vor allem die weltweiten Rohstoff- und Schwellenländermärkte unter Druck. Carmignac sieht jedoch keinen Grund zur Panik: „Das globale Wachstum ist zufriedenstellend, und die Gewinnmargen der Unternehmen sind solide.“

Keine Krise, aber höhere Volatilität

Auch wenn der Franzose nicht von einer starken Krise ausgeht, so rechnet er in den kommenden Wochen doch mit einer höheren Volatilität auf den Aktienmärkten. „Wir stellen die solide Basis unserer Anlagethemen deshalb jedoch nicht in Frage, denn angesichts der gesunkenen Bewertungsniveaus haben sie nur an Attraktivität gewonnen“, so Carmignac.

Diese Ansicht vertritt auch Peter E. Huber von der Huber Portfolio AG. „Es ist zwar davon auszugehen, dass viele Bewertungen in diesem Jahr ihren Höchststand erreicht haben, dennoch sind wir weit von den Kennzahlen während der Blase im Jahr 2000 entfernt“, sagt der Manager des Starcap Priamos. Huber rechnet daher auch nicht mit einer so starken Korrektur, sondern geht vielmehr von einer länger anhaltenden Seitwärtsbewegung der Märkte mit zwischenzeitlichen Schwankungen aus. Um seinen Fonds darauf einzustellen, hat er einzelne Positionen im Rohstoffbereich bereits abgebaut und in defensivere Sektoren wie Telekommunikation und Automobilindustrie umgeschichtet. Auch auf Länderebene hat Huber sich vor allem aus Schwellenländern zurückgezogen. Zu seinen Favoriten gehören derzeit Deutschland, Südkorea, Italien und die Niederlande.

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