Vor Gericht
Anklage gegen Vermittler von Dubai-Fonds

Für ein Bauprojekt in Dubai sammelte ein Mann mit seinem Sohn mehr als 50 Millionen Euro von tausend Anlegern. Jetzt wirft ihnen die Staatsanwaltschaft Kapitalanlagebetrug vor.
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Gütersloh/Bielefeld Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat Anklage gegen die Initiatoren von millionenschweren Anlagefonds für Bauprojekte in Dubai erhoben. Die Ermittler werfen den beiden Chefs des Gütersloher Unternehmens Alternative Capital Invest (ACI) in drei Fällen Kapitalanlagebetrug vor. Sie hatten in drei Fonds für Bauprojekte im Wüstenstaat Dubai von mehreren tausend Anlegern insgesamt mehr als 56 Millionen Euro eingesammelt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft für Wirtschaftssachen, Klaus Pollmann und bestätigte damit am Mittwoch Zeitungsberichte. Wie hoch der tatsächliche Schaden ist, ist unklar.

Der faktische Geschäftsführer (66) und sein 36 Jahre alter Sohn als offizieller Geschäftsführer hätten 2006 und 2007 in den Verkaufsprospekten wesentliche Tatsachen verschwiegen, sagte Pollmann. Dazu zählten die Höhe der Vermittlungsprovision, der Werbekosten und der Lizenzgebühren für Markenrechte. ACI hatte das sogenannte Tower-Branding für Werbezwecke eingesetzt. Die geplanten Bürogebäude sollten die Namen von Prominenten wie Michael Schumacher, Niki Lauda und Boris Becker tragen.

Keines der geplanten Gebäude wurde aber je gebaut. Vier der sieben Dubai-Fonds von ACI meldeten im September 2010 Insolvenz an. In den vier Immobilienfonds steckten rund 70 Millionen Euro von zusammen etwa 6000 Anlegern, hieß es damals vom Insolvenzverwalter. Das Amtsgericht hat das Insolvenzverfahren eröffnet. ACI hatte die Pleite mit dem Preisverfall bei Immobilien in Dubai begründet. Zur Anklageerhebung lag zunächst keine Stellungnahme vor. Lässt das Landgericht Bielefeld die Anklage zu, droht den Beschuldigten eine Geldbuße oder eine Haftstrafe.

                                                                                         

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Auf einmal "Wüstenstaat"? Zum Zeitpunkt der Auflegung der Fonds prosperierende Wirtschaftszone...
    Nun ist es also schiefgegangen. Wer bestraft nun die gierigen Anleger?
    Aber die deutsche Rechtsprechung wird schon herausfinden, dass die Anleger gar nicht wussten, dass sie eine Beteiligung mit hohen Risiken eingingen und alle glaubten ein Sparbuch zu eröffnen...
    Ich schlage vor, dem Anleger, der über Jahre guten Gewinn bei hohen Steuervorteilen aus solchen und ähnlichen Anlagen erzielte und jetzt bei der Unzahl von diesen Veröffentlichungen und Verurteilungen erfährt, dass er kein Sparbuch hatte, sondern in eine Beteiligung investierte und jetzt alles Geld, was er als Gewinn erzielte dem Kinderhilfswerk überantwortet, ein Denkmal der Redlichkeit zu errichten.

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